Dieses GreenBuilding in Amsterdam ist ein Porfolio-Objekt eines "grünen" Immobilienfonds von Wölbern Invest. / Quelle: Unternehmen

24.10.13 Anleihen / AIF , Wachhund

Situation von Wölbern Invest spitzt sich weiter zu

Die Wölbern Fondsmanagement GmbH, die alle Fonds des auf Immobilienbeteiligungen spezialisierten Emissionshaus Wölbern Invest verwaltet, ist insolvent. Das gab die Kanzlei dnp Depping aus Essen bekannt. Der Rechtsanwalt Bernd Depping hat demnach die Führung der Wölbern Fondsmanagement GmbH von Eigentümer Heinrich Maria Schulte übernommen. Das Ziel des Restrukturierungsfachmannes sei es nun, die Wölbern-Tochter mittels einer Insolvenz in Eigenregie zu sanieren. Ein entsprechender Antrag beim zuständigen Gericht in Hamburg sei bereits gestellt. Bei der anstehenden Sanierung gehe es darum, für Gläubiger und Wölbern-Fondszeichner möglichst viele Werte zu sichern.

Laufende Wölbern-Fonds „nicht von Insolvenz betroffen“

Gleichzeitig betonte die Kanzlei, dass keiner der verwalteten Fonds direkt von der Insolvenz betroffen sei. „Mit dem Institut der Eigenverwaltung und meiner Geschäftsführungstätigkeit auch in den einzelnen Fonds kann und werde ich meine rechtlichen und wirtschaftlichen Kenntnisse und Möglichkeiten ausschöpfen, um das Vermögen in den einzelnen Fonds zu sichern“, erklärt Depping.  Der Jurist wurde zugleich von der Wölbern-Muttergesellschaft zum Iterim Chief Restructuring Officer (ICRO), also zum Verantwortlichen für die Restrukturierung ernannt.

Die finanzielle Schieflage der Wölbern Fondsmanagement GmbH soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge in keinem direkten Zusammenhang mit der Untersuchungshaft und den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Wolbern-Invest-Eigentümer Schulte stehen. Letzterem wird laut Staatsanwaltschaft gewerbsmäßige Untreue in mehr als 300 Fällen vorgeworfen (ECOreporter.de berichtete).

Einem Bericht des manager-magazins zufolge sollen die Mittel der Wölbern Fondsmanagement GmbH vor allem durch langwierige Streitigkeiten mit Anlegern aufgebraucht worden sein, die zum Teil gerichtlich ausgetragen wurden.  Der Streit entzündete sich an Anlegerbeschwerden über ausbleibende Ausschüttungen, und Uneinigkeiten über die Korrektheit einzelner Fondsbilanzen. Dass Wölbern-Eigentümer Schulte sich nun aus der Führung der Wölbern Fondsmanagement GmbH zurückgezogen hat, wird von einem Teil der Anlegerschaft sicherlich positiv aufgenommen, denn die Investoren einzelner Fonds, denen Schulte vorstand, hatten im Rahmen der Konflikte der  Vergangenheit versucht, ihn absetzen zu lassen.

Gremium für Anleger und Gläubiger in Gründung

Wie geht es jetzt weiter? Einer der ersten Schritte die der Rechtsanwalt Depping auf den Weg gebracht hat ist die Gründung eines Komitees, das die Interessen der Anleger und Gläubiger zu bündeln und zu vertreten. „Erste Gespräche dazu sind terminiert“, teilt Deppings Kanzlei mit. Die Insolvenz überschattet auch den gestarteten Paketverkauf der gesamten Publikumsfonds-Sparte von Wölbern, an der nach Unternehmensangaben 40.000 Kleinanleger beteiligt sind. Ziel ist es, alle 30 Immobilien der 24 Wölbern-Invest-Publikumsfonds am Stück für bis zu 1,4 Milliarden Euro zu verkaufen (ECOreporter.de berichtete). In diesem Paket befindet sich auch eine Reihe von GreenBuildings – vornehmlich Bürogebäude in den Niederlanden. Dabei trifft Wölbern wiederum auf Widerstand von Anlegern, die zum einen die Gebühren bei dem Deal als zu hoch kritisieren und zum anderen fürchten bei einem Paketverkauf ein schlechtes Geschäft zu machen.

ECOreporter.de führt Wölbern Invest bis auf Weiteres in der Wachhundrubrik.
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