Medienberichten zufolge wird im Rahmen der staatsanwaltlichen Ermittlungen bei der Infinus Gruppe nun auch dem Verdacht der Geldwäsche nachgegangen. / Bildquelle: Fotolia (Natalia D.)

10.01.14 Finanzdienstleister

Skandal um Infinus-Gruppe weitet sich aus

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat die Ermittlungen im Skandal um den insolventen Finanzdienstleister Infinus Gruppe offenbar ausgeweitet. Das berichtet die Sächsische Zeitung. Demnach wird inzwischen gegen zehn Beschuldigte ermittelt.

Bislang standen acht Personen aus der Führungssspitze der Infinus-Gruppe und der Infinus-Muttergesellschaft Future Business im Fokus der Ermittler.  Dabei geht es um den Verdacht des Anlagebetrugs: In den Geldanlageprospekten zu einzelnen Beteiligungen, bei denen Future Business als Emittentin fungiert, sollen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens gemacht worden sein. Das Geldanlageangebot der Infinus-Gruppe umfasste Orderschuldverschreibungen Future Business KGaA, Genussrechte Infinus AG, nachrangige Darlehen der Future Business KGaA, Edelmetall-Sparanlagen beziehungsweise Optionen und festverzinsliche Wertpapiere der EcoConsort AG.

Der Sächsischen Zeitung zufolge sind nun auch ein Steuerberater und ein Wirtschaftprüfer in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen worden. Beide dürften aufgrund ihrer Tätigkeiten mit der Geschäftspraxis und den Bilanzen der Infinus-Gruppe vertraut gewesen sein. Laut dem Bericht der Sächsischen Zeitung erklärte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase, es werde auch untersucht, ob die Gruppe ein Schneeballsystem finanzierte, also ob die Zinsansprüche von Anlegern mit Einlagen von neuen Investoren bedient wurden.

Bislang war die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass 25.000 Anleger betroffen sind, deren Schaden bei geschätzten 400 Millionen Euro liegen soll. Die Sächsische Zeitung schreibt nun, dass die Gläubiger insgesamt eine Milliarde Euro von Infinus fordern. Allein in der Bilanz des Jahres 2012 weise Future Business demnach Verbindlichkeiten von 710 Millionen Euro aus.

Außerdem weitet sich der Skandal der Sächsischen Zeitung zufolge auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus aus. In Österreich ermittle die dort zuständige Staatsanwaltschaft gegen 25 Vermittler von Infinus, die unter dem Verdacht der Geldwäsche stehen sollen. Alle seien deutsche Staatsbürger.
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