SMA Solar liefert Wechselrichter für Photovoltaik-Anlagen jeder Größenordnung. / Quelle: Unternehmen.

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SMA Solar Technology AG will 2014 wieder profitabel werden

Die SMA Solar Technology AG aus Niestetal hat heute ihre Zahlen für das Geschäftsjahr veröffentlicht. Diese sind nicht ganz so schlecht ausgefallen wie angekündigt. SMA-Vorstandsprecher Pierre-Pascal Urbon hatte im Januar nochmals die Prognose bekräftigt, wonach der Umsatz um 40 Prozent auf knapp 900 Millionen Euro sinken und beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Minus von 90 Millionen Euro zu erwarten sei. Heute meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang gegenüber 2012 von 36,3 Prozent auf 932,5 Millionen Euro. Der EBIT-Verlust belief sich auf 89,1 Millionen Euro.

Laut Urbon litt die SMA unter dem Nachfrageeinbruch in Europa. Die Hessen sind der weltweit größte Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen, die Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandeln. In Europa aber ist der Ausbau der Solarstromkapazität ins Stocken geraten. So wurden in Deutschland, dem mit Abstand größten Solarmarkt in Europa, in 2013 nur noch neue Photovoltaikanlagen mit 3,3 Gigawatt (GW) ans Netz gebracht. Ich den Jahren zuvor waren es stets über sieben GW gewesen. SMA setzt daher verstärkt auf das Geschäft in anderen Märkten, der Auslandsanteil erhöhte sich gegenüber 2012 von 56 auf 71,0 Prozent. Aber auch der europäische Solarmarkt hat sich in 2013 halbiert. Und in den beiden Solarmärkten China und Japan, die in 2013 mit Abstand am stärksten gewachsen sind, gibt es für westliche Anbieter hohe Eintrittsbarrieren. Hier steht SMA nach Angaben des Vorstandschefs noch am Anfang der Markterschließung. Insgesamt setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr nur eine Wechselrichter-Leistung von 5,4 GW ab nach 7,2 GW im Vorjahr.

Der Wechselrichter-Hersteller durchläuft bereits seit dem vergangenen Sommer eine umfassende Restrukturierung. Die Aufwendungen dafür haben das operative Ergebnis in 2013 durch Sondereffekte für den Abbau von Personal im Umfang von 25,1 Millionen Euro belastet. Weitere Sondereffekte waren Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte von 41 Millionen Euro sowie für Anlaufverluste bei der chinesischen Tochtergesellschaft Zeversolar von 15 Millionen Euro. Die Bilanzsumme reduzierte sich um fünf Prozent auf 1,26 Millionen Euro. Trotz des hohen Verlusts wies SMA Ende 2013 eine Nettoliquidität von mehr als 308 Millionen Euro auf und einer Eigenkapitalquote von fast 58 Prozent.

Vorstandssprecher Urbon kommentierte die schwache Jahresbilanz: „Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mussten wir aufgrund des dramatischen Markteinbruchs in Europa einen hohen Jahresfehlbetrag verbuchen. Der SMA Vorstand hat trotz dieser schwierigen Situation nicht die Investitionen in die Technologieentwicklung reduziert. Die Ausgaben für die Entwicklung zukünftiger Produkte lagen erneut bei über 100 Millionen Euro, weil wir nur so unsere technologische Führerschaft in einem hart umkämpften Markt verteidigen können. Außerdem haben wir unsere globale Präsenz durch neue Gesellschaften im Ausland und die Akquisition des chinesischen Wechselrichter-Herstellers Zeversolar erhöht. Damit wir unsere Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig weiter verbessern können, strebt SMA eine strategische Partnerschaft mit Danfoss an. Insgesamt können wir mit dem finanziellen Ergebnis natürlich nicht zufrieden sein. Wir sind aber überzeugt, dass wir die strategischen Weichen für eine nachhaltige Ergebnisverbesserung gestellt haben“, erklärt SMA. Über die Kooperation von SMA mit der dänischen Danfoss A/S erfahren Sie  hier  mehr.

Der SMA Vorstand bestätigt die erstmals im November 2013 veröffentlichte Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2014. Diese sieht einen Umsatz von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro vor und die Rückkehr in die Gewinnzone. Urban stellte „für den besten Fall“ ein operatives Ergebnis von bis zu 20 Millionen Euro in Aussicht. Diese Prognose setze ein „stabiles regulatorisches Umfeld voraus, insbesondere in Europa“. Für das erste Quartal 2014 erwartet er einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal von 212 Millionen auf 170 Millionen bis 200 Millionen Euro. Dieser erwartete Rückgang im Vergleich zum Vorjahr sei insbesondere auf das Projektgeschäft zurückzuführen. Urban geht davon aus, dass die SMA im ersten Quartal auch einen höheren EBIT-Verlust als im Vorjahreszeitraum erwirtschaften wird. Nach einem negativen operatives Ergebnis von acht Millionen Euro werde der EBIT-Verlust voraussichtlich auf Millionen Euro ansteigen.

SMA Solar Technology AG: DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J
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