Wechselrichter-Anlage der SMA Solar. / Foto: Unternehmen

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SMA Solar: Zahlt sich Qualität am Ende auch für die Aktionäre aus?

Qualität für Solaranlagen - dafür steht der Wechselrichterhersteller SMA Solar aus Kassel. Während die meisten anderen deutschen Solarunternehmen mit preisgünstiger asiatischer Konkurrenz arge Schwierigkeiten haben, schlägt sich das innovative Unternehmen aus Hessen weiter tapfer - wenn auch die Margen ein Problem sind.

SMA meldet zwar einen Absatzrekord für ihre Produkte für das abgelaufene Geschäftsjahr, aber der vorläufige Umsatz ging um 6 Prozent auf 890 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 946,7 Millionen Euro).

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) lag mit 95 Millionen Euro etwa ein Drittel unter dem Vorjahresniveau von 141,5 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss blieb mit 30 Millionen Euro in etwa gleich.

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Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der SMA-Vorstand ein Umsatzwachstum auf 900 Millionen Euro, bei gutem Verlauf auch auf eine Milliarde Euro.

Die Hoffnungen ruhen auf guten  Asien- und Europageschäften. Dann könne das EBITDA zwischen 90 Millionen und 110 Millionen Euro liegen.

SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon versprach eine Vielzahl an Innovationen und neue strategische Partnerschaften. Etwa mit dem Solartechnikkonzern Sunrun aus den USA. Er kommt auf 370 Millionen Umsatz und nennt sich Branchenprimus. Durch die Kooperation könnte SMA Solar zum Hauptlieferanten des US-Installateurs werden.

Auch die dänische Danfoss könnte ein Kooperationspartner werden. Das auf Wärme- und Kältetechnik spezialisierte Unternehmen will mit SMA Solar ein Joint Ventures gründen, das die Vernetzung von Supermärkten mit dem Energiesektor als Geschäftsfeld anpeilen soll.

So sollen Kühl- und Kältetechnik, Photovoltaik, Speichertechnik und Elektromobilität vernetzt werden, und Supermärkte sollen ihre Betriebskosten senken können. Beispielsweise könnten Elektroautos tagsüber überschüssige Solarenergie speichern, die nachts wiederum für Kühltheken eingesetzt wird. Das erste Pilotprojekt soll bald starten.

SMA Solar hat wiederholt seine Innovationskraft bewiesen. Die Solarbranche ist allerdings nach wie vor in keiner stetigen Bewegung, sondern auch politischen Kurzfrist-Entscheidungen unterworfen.

Für Aktionäre, die sehr starke Nerven haben, kann es in Frage kommen, in diese sehr riskante Aktie zu investieren. Alle anderen sollte sich fragen, ob oder wie ruhig sie mit den Kursschwankungen einer Aktie wie der SMA Solar leben können.

Die SMA-Aktie ist seit erstem Dezember 2017 bis heute Mittag (30. Januar) von 33,24 Euro auf 42,56 Euro gestiegen. Vor einer Woche notierte sie noch bei gut 36 Euro. Der Trend für die Solarbranche ist weiter ungebrochen positiv  - ob aber die chinesischen Billiganbieter mit staatlicher finanzieller Unterstützung nicht doch zu einem unbesiegbaren Gegner für SMA heranwachsen werden, ist nicht abzusehen.

Die deutsche Politik hat jedenfalls bisher bei der Zerschlagung der deutschen Solartechnikanbieter tatenlos zugesehen.

SMA Solar Technology AG: ISIN DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J

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