22.06.10 Finanzdienstleister

Social Banking profitiert vom Misstrauen der Kunden - Experten sagen weiteres Wachstum voraus

Banken, die ihre Geschäftsstrategie an sozialen, ethischen und ökologischen Zielen ausrichten, werden ihren Marktanteil in Deutschland weiter steigern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim unter 236 Experten aus dem Finanzsektor.

Der wichtigste Grund für die wachsende Bedeutung des Social Banking ist das erhöhte Misstrauen der Kunden gegenüber den Kreditinstituten. Mehr als 80 Prozent der Experten sind der Meinung, dass soziale Banken davon in den vergangenen Jahren profitiert haben. Sie konnten verunsicherte Kunden anderer Institute anziehen. Auch das verstärkte Interesse der Kunden an sozialen und ökologischen Themen ist für rund zwei Drittel der befragten Experten ein wichtiger Erfolgsfaktor des Social Banking. Ferner sind die Experten der Ansicht, dass das Vertrauen der Kunden in soziale Banken, die gute Reputation dieser Institute sowie ihre hohe Transparenz die Expansion dieses Geschäftsmodells begünstigen. Nach Dafürhalten der Finanzmarktexperten gehen soziale Banken darüber hinaus geringere Risiken ein, da sie nachhaltiger investieren.  

Trotz des sichtbaren Erfolgs sozialer Banken sind rund 43 Prozent der Experten skeptisch, dass auch andere Banken in Zukunft ihre Strategie und ihre Produkte stärker an ethisch-ökologischen oder sozialen Zielen ausrichten werden. Dies liegt den Experten zufolge daran, dass ethisch und ökologisch motivierte Produkte häufig eine geringe Rendite abwerfen und unattraktiv für preissensitive Kunden sind. Im Gegensatz dazu halten es 57 Prozent der Experten für wahrscheinlich, dass andere Banken dem Beispiel der Social Banks folgen werden und in der Zukunft ebenfalls ihre Geschäftsmodelle stärker an ethisch-ökologischen oder sozialen Kriterien ausrichten werden.

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