SMA zählt zu den größten Anbietern von Wechselrichtern für Solaranlagen. Diese wandeln Sonnenstrom in netzfähigen Wechselstrom um. / Foto: SMA Solar Technology AG

30.03.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Solar-Aktie SMA Solar Technology AG vor dem Comeback?

Der Kurs der Solar-Aktie SMA Solar Technology AG hat sich wieder stabilisiert, nachdem er in der zweiten Jahreshälfte 2016 abgestürzt war. In einer Analyse vom August 2016 hatten wir vor erhöhten Kursrisiken gewarnt und dann im  Aktientipp vom November  Chancen für eine langfristige Kurserholung gesehen. Seither hat die Solar-Aktie sich im Xetra auf 24 Euro verteuert. Geht es für die SMA-Aktie bald wieder deutlich aufwärts?


Im Januar hatte der Vorstand von SMA Solar Technology AG nach vorläufigen Zahlen einen Gewinnanstieg gemeldet und damit das Vertrauen der Börsianer in die Solar-Aktie wieder gefestigt. Die am heutigen 30. März veröffentlichte offizielle Jahresbilanz ist sogar noch etwas besser ausgefallen. Demnach konnte das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel Wechselrichter für Solaranlagen mit insgesamt 8,2 Gigawatt (GW) Leistungskapazität absetzen. Das ist ein Plus von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert für das Unternehmen.

Aufgrund eines hohen Rückgangs der durchschnittlichen Verkaufspreise schrumpfte der Jahresumsatz zwar um 3,6 Prozent auf 946,7 Millionen Euro. Weil SMA aber weitaus effizienter wirtschaftete, verbesserte sich das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) dennoch um rund 17 Prozent auf 141,5 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis verdoppelte sich gegenüber 2015 auf 29,6 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie sprang von 0,41 auf 0,85 Euro. Der SMA-Vorstand will die Aktionäre mit einer Dividende in Höhe von 0,26 Euro pro Aktie an dem Jahresgewinn beteiligen. Für 2015 waren erst 0,14 Euro je Aktie ausgeschüttet worden.

2017 wird für SMA Solar ein schwieriges Jahr

Den Kursabsturz im zweiten Halbjahr hatte SMA mit einer Kürzung der Jahresprognose ausgelöst. Der Vorstand hatte zunächst ein noch stärkeres Wachstum in Aussicht gestellt. Wie er heute mitteilte, rechnet er für 2017 mit einem Rückgang beim Umsatz und auch beim Ergebnis.

SMA Finanzvorstand Ulrich Hadding stellte dazu klar: "Das Geschäftsjahr 2017 wird für die gesamte Photovoltaikbranche sicherlich eine Herausforderung. Der weiterhin hohe Preisdruck in allen Märkten und Segmenten und schlechte Witterungsbedingungen in wichtigen Absatzmärkten wie den USA prägen auch die Geschäftsentwicklung der SMA im ersten Quartal. Für die kommenden Quartale rechnen wir jedoch mit einer Belebung des Geschäfts und bestätigen deshalb unsere Gesamtjahresprognose. Durch die geringe Kapitalintensität unseres Geschäftsmodells werden wir unsere finanzielle Stärke im laufenden Geschäftsjahr weiter ausbauen."

Der SMA Vorstand erwartet im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von nur noch 830 Millionen bis 900 Millionen Euro. Ihm zufolge dürfte das EBITDA sich auf 70 Millionen bis 90 Millionen Euro verringern. Für das erste Quartal 2017 rechnet der SMA Vorstand mit einem Umsatz von 165 Millionen bis 175 Millionen Euro nach 248,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA werde sich im ersten Quartal voraussichtlich auf 15 Millionen bis 18 Millionen Euro verringern (Erstes Quartal 2016: 41,3 Millionen Euro).

Es wird dauern, bis die Solar-Aktie wieder stark zulegen kann
 
Damit bekräftigte der SMA Vorstand die schon zuvor veröffentlichte Prognose. Sie ist mithin im aktuellen Aktienkurs bereits eingepreist. Die Solar-Aktie notiert im Xetra nun rund 44 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Sie erscheint damit angemessen bewertet.

Kurspotential sehen wir auf lange Sicht, weil SMA weiter eine sehr starke Stellung im Weltmarkt für Solar-Wechselrichter besitzt und es dem Vorstand schon in der Vergangenheit gut gelungen ist, den technologischen Vorsprung des Unternehmens zu verteidigen. SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon hat heute gute Argument dafür genannt, warum das Unternehmen gute Wachstumschancen besitzt: "Die fundamentale Veränderung des Energiesektors wird erst mit der Digitalisierung möglich. Durch die Automatisierung werden zukünftig Angebot und Nachfrage kostengünstiger als bisher in Einklang gebracht. SMA hat ihre Strategie darauf ausgerichtet, von den attraktiven Wachstumsmöglichkeiten zu profitieren."

In diesem Jahr führe SMA beispielsweise eine neue Energiemanagement-Plattform in den Markt ein, die gewerblichen Kunden erstmals die Überwachung der Energieflüsse über verschiedene Sektoren (PV, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Speicher) ermögliche. In der Weiterentwicklung der Plattform werde SMA zukünftig die Gesamtenergiekosten auf lokaler Ebene optimieren und die Vernetzung mit globalen IoT-Plattformen ermöglichen. Mit dem Lösungsangebot von SMA könnten Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

"Durch unsere innovativen Wechselrichter-Lösungen gewährleisten wir zudem eine hohe Konnektivität, Netzstabilität und Sicherheit. Das sind wesentliche Voraussetzungen für den noch schnelleren Ausbau der Photovoltaik", so Urbon.

Es wird aber wohl etwas dauern, bis SMA Umsatz und Gewinn wieder steigern kann. Nur Anleger, die risikobereit sind und einen langen Atem haben, sollten jetzt schon in die Solar-Aktie einsteigen. Anderen empfehlen wir derzeit nur, die Beteiligung zu halten und die weitere Entwicklung abzuwarten.


SMA Solar Technology AG: ISIN DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J
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