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Solar-Deal unter Riesen – Dax-Konzern Linde punktet als Photovoltaik-Zulieferer

Die Masdar aus Abu Dhabi setzt im großen Stil auf Erneuerbare Energie. Ihre hundertprozentige Tochter von Masdar PV errichtet derzeit für etwa 150 Millionen Euro ein Photovoltaikwerk in Ichtershausen bei Erfurt. Dort will sie 5,7 Quadratmeter große Dünnschicht-Solarmodule produzieren. Durch Einsatz der neuen Tandem-Technologie (a-Si/a-Si) sollen sie bis zu 10 Prozent höhere Wirkungsgrade erreichen als herkömmliche a-Si-Module. Für die Anlage in Erfurt soll die deutsche Linde Group die komplette Gasversorgung übernehmen. Laut dem Dax-Konzern wurde vereinbart, dass Linde ein Komplettsystem zur Gasespeicherung und -verteilung sowie Dienstleistungen für das Vor-Ort-Gasemanagement bereitstellt. Zudem werde man die Gase Stickstoff (N2), Wasserstoff (H2), Silan (SiH4), Gase für die Prozesskammerreinigung sowie Argon (Ar) und Helium (He) liefern.

Wie Andreas Weisheit von Linde Electronics, der Solarsparte von Linde gegenüber ECOreporter.de erläutert, sind Gase in der Dünnschicht-Photovoltaik „ein essentieller Teil der Wertschöpfungskette“. Ihren Anteil am Endprodukt beziffert er mit ca. 15 Prozent. So werde etwa das Gas Silan benötigt, um Siliziumschichten abzuscheiden. Durch die hohe Bedeutung der Gase können Zulieferer wie Linde nach Angaben von Weisheit einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leisten. „Wir sehen uns als Partner der Kunden aus der Photovoltaik bei dem Bemühen, die Stromerzeugung  kostengünstiger zu machen und so auf die Netzparität von Solarstrom hinzuwirken“, so Weisheit. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Nachhaltigkeit der Produktion. So biete Linde ein Verfahren an, bei dem das zur Reinigung der Siliziumreaktorwände benötigte Stickstofftriflorid durch Fluor ersetzt werde. Stickstofftriflorid sei ein Treibhausgas, das überaus klimaschädlich wirke.

Wie Weisheit im Gespräch mit ECOreporter.de ausführt, ist Linde bereits seit den Anfängen der Solarbranche ein wichtiger Zulieferer der Solarbranche. Der Konzern lege einen Schwerpunkt auf den Bereich Umwelttechnologie und wolle sein Geschäft darin ausbauen. So habe das Solargeschäft 2008 zwar noch einen eher geringen Beitrag zum Umsatz von 12,7 Mrd. Euro beigetragen, den Linde erzielt hat. Er soll jedoch schnell wachsen. Schon heute nehme das Unternehmen eine führende Position bei der Gaseversorgung von Herstellern für Dünnschicht-Si-Solarmodule in Schlüsselmärkten wie Deutschland, Spanien, Italien, China, Taiwan und Indien ein. Insgesamt habe Linde mit Kunden Photovoltaik -Projekte realisiert, die zusammen eine Leistung von mehr als 1 GWp (Gigawatt peak) alleine im Dünnschicht-Bereich repräsentieren. Als Beispiel für diese Kunden nennt Weisheit Hersteller wie Moser Baer oder Inventux. Bei der Ausschreibung von Masdar habe Linde sich über mehrere Verhandlungsrunden gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

"Masdar's Ziel, weltweit führend bei erneuerbaren Energien zu werden, kommt unserer eigenen Unternehmensphilosophie sehr entgegen“, erklärt dazu Dr. Aldo Belloni, Mitglied des Vorstands der Linde AG. "Diese Zusammenarbeit bekräftigt unser Bekenntnis zu einer schnellen Entwicklung nachhaltiger Energie, nicht nur im Bereich der Photovoltaik, sondern auch bei Wasserstoff, der Kohlendioxidabtrennung und -lagerung sowie bei Biokraftstoffen." Über finanzielle Details des Auftrags von Masdar machten Belloni und Weisheit keine näheren Angaben.

Laut der auf Nachhaltigkeitsratings spezialisierten oekom research AG aus München zählt die Linde AG zu den nachhaltigkeitsbesten Unternehmen der Chemie-Branche (wir Opens external link in new windowberichteten). Die Linde-Aktie ist in mehreren Nachhaltigkeitsindices enthalten, zum Beispiel im Dax Global Sarasin Sustainability Germany Index und im Ethical Index Euro. Ferner ist sie im Klimaindex Global Climate 100 Index der KLD Research & Analytics aus dem US-amerikanischen Boston gelistet.

Linde AG: ISIN DE0006483001 / WKN 648300


Bildhinweis: Solarzellen im Einsatz, Fluorine-Generator von Linde. / QUelle jeweils: Linde AG
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