04.03.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Solar-Fabrik AG meldet neuen Auftrag - Geschäftsbericht verschoben

Die insolvente Solar-Fabrik AG kann ihre Geschäftszahlen für 2014 nicht wie geplant Ende März veröffentlichen. Das zuständige Amtsgericht am Stammsitz des Solarherstellers in Freiburg hatte vor einem Monat das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenregie eröffnet. Wie er nun mitteilt, müssen "die Auswirkungen dieses Ereignisses auf den Konzernabschluss noch berücksichtigt werden". Daher sei der Veröffentlichungstermin 31.03.2015 wohl nicht einzuhalten.

Die Solar-Fabrik ist einer der letzten deutschen Solarhersteller am Markt. Sie hatte im vierten Quartal 2014 einen massiven Einbruch der Nachfrage und damit einhergehenden Preisverfall im Markt für Solarmodule verzeichnet. Zusammen mit der deshalb eingeführte Kurzarbeit und geringe Auslastung der Produktion Kurzarbeit schrumpften die liquiden Mittel des Unternehmens. Der Vorstand sah daher die Zahlungsfähigkeit der Solar-Fabrik AG im 2. Quartal 2015 massiv gefährdet und stellte daher Anfang Februar einen Insolvenzantrag. Dies obwohl der Solarhersteller bis dahin „weder überschuldet noch zahlungsunfähig“ war, wie er damals betonte.

Mit diesem frühzeitigen Insolvenzantrag wollte der Vorstand aber zum einen Zeit gewinnen für die erforderlichen Maßnahmen zur Kostensenkung. Zudem beantragte er ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, so dass er weiter das Ruder in der Hand hält. Bei dieser Form des Insolvenzverfahrens kann das Unternehmen selbständig einen Sanierungsplan erarbeiten und wird dabei von einem gerichtlich bestimmten vorläufigen Sachwalter nur begleitet. Die Solar-Fabrik AG hat den Sanierungsexperten und Rechtsanwalt Thomas Oberle in den Vorstand berufen.
Heute gab die Solar-Fabrik AG ferner einen Vertriebserfolg bekannt. Demnach liefert sie knapp 24.000 Module mit einer Gesamtkapazität von sechs Megawatt (MW) für das Repowering eines deutschen Solarparks. Im Rahmen des Repowering würden die auf einer Konversionsfläche verbauten Dünnschichtmodule durch kristalline Module ersetzt. Die Module der Solar-Fabrik AG seien in deren neuen Produktionsstandort in Wismar hergestellt worden. Die Abwicklung des Projekts erfolge durch die Densys PV5 GmbH.

Solar-Fabrik AG: ISIN DE0006614712 / WKN 661471
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x