Nachhaltige Aktien, Meldungen

Solar Millennium AG verfehlt Gewinnprognose – Probleme bei Anteilsverkäufe

Mit minus 12,8 Prozent ging die Aktie der Solar Millennium am gestrigen Donnerstag aus dem Handel (Kurs: 10,40 Euro). Am Morgen meldet der Projektierer von solarthermischen Kraftwerken mit Sitz in Erlangen nun, dass es die selbst gesteckten Ziele für sein Geschäftsjahr 2007/08 nicht erreicht hat. Mit etwa 32 Millionen Euro lag der Konzern-Umsatz zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2008 demnach nur leicht über dem Vorjahresniveau von 31,1 Millionen Euro. Geplant waren Erlöse in Höhe von 80 Millionen Euro. Den Jahresüberschuss gibt das Unternehmen mit 6 Millionen Euro an, die Prognose lag bei 18 Millionen Euro (Vorjahr: 11,9 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug laut der Meldung rund 8 Millionen Euro.


Wie es weiter heißt, entstand die Differenz gegenüber dem prognostizierten Ergebnis dadurch, dass Anteilsverkäufe in das laufende Geschäftsjahr verschoben wurden. Unter Verweis auf „noch ausstehende Gremienzustimmungen zur Veräußerung von Anteilen an den Andasol-Kraftwerken an einen Solarfonds“ hatte Solar Millennium die Abrechnung für das Geschäftsjahr 2007/08 eigens um einen Monat verschoben. (Opens external link in new windowECOreporter.de berichtete.)



Schon im Oktober 2008 hatte Dr. Karsten von Blumenthal, Analyst der Hamburger SES Research GmbH, auf Probleme des Unternehmens beim Direktverkauf der Anteile an Versorger oder Finanzinvestoren hingewiesen. Die Finanzmarktkrise dürfte in 2009 die Finanzierung weiterer solarthermischer Großkraftwerke erschweren, so von Blumenthal. Das Erlanger Unternehmen setzt allerdings weiter auf den Direkteinstieg von Großinvestoren. Neben der bislang gewählten Bankenfinanzierung werde dies als bankenunabhängige Projektfinanzierung angestrebt, heißt es. Für die Projekte Andasol 3 und Ibersol verhandle man „seit längerem“ mit Großinvestoren. Außerdem habe man die Möglichkeit zur Veräußerung von Kraftwerksprojektanteilen an Fonds geschaffen.

Solar Millennium hofft,  das Konzern-EBIT im laufenden Geschäftsjahr auf 30 Millionen Euro zu steigern, zuzüglich eines Sondereffekts aus den Verschiebungen aus 2008 in Höhe von zirka 12 Millionen Euro. Der Umsatz soll auf 150 Millionen Euro springen, plus 48 Millionen Euro Sondereffekt.

Christian Beltle, Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium, erklärte: „Wir können unser operatives Geschäft auch unter den veränderten Rahmenbedingungen der Finanzmarktkrise erfolgreich umsetzen und haben unsere Strategien bereits entsprechend ausgerichtet.“


Den Großteil an Umsatzerlösen und Ergebnis hat Solar Millennium in 2007/08 den Angaben zufolge in den operativen Geschäftsfeldern Projektentwicklung und Technologie erzielt. Maßgeblich hierfür seien Aufträge für die Projekte der solarthermischen Kraftwerke Andasol 1, 2 und 3 in Spanien sowie das Solarfeld des ägyptischen Hybridkraftwerks in Kuraymat gewesen.


Solar Millennium AG: ISIN DE0007218406 / WKN 72184
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