First Solar hat die Kosten in der Modulproduktion deutlich verringert. Analysten erwarten daher bessere Einnahmen des Solarkonzerns. / Foto: Unternehmen

25.04.16 Aktientipps

Solaraktie mit Kurspotential? - Analystenlob für First Solar

Nach dem Aktientipp von ECOreporter.de mit einer Kaufempfehlung für die Aktie von First Solar  im Dezember 2015 hatte sie bis Mitte März kräftig zugelegt. Doch seither steht die Solaraktie unter Druck. Am Mittwoch will der Konzern Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen. Analysten sehen First Solar auf einem guten Weg. Steht für die Solaraktie wieder ein Kurssprung bevor? Die Aktie notiert heute Mittag um drei Prozent unter dem Vorjahreskurs.

Sophie Karp ist Analystin bei Guggenheim Securities’s. Sie hat die Aktie von First Solar neu unter Beobachtung. Sie hält das Wertpapier für eine der aussichtsreichsten Solaraktien auf dem Markt und empfiehlt den Kauf der Aktie mit Kursziel 77 Dollar. Am heutigen Montagmittag notiert der Anteilsschein an der Nasdaq bei 61,5 Euro. Nach Einschätzung der Analystin zeichnet sich der Photovoltaikkonzern aus Tempe im US-Bundesstaat durch eine solide Bilanz und Finanzausstattung aus. Anders als viele Konkurrenten sei das Unternehmen nicht hoch verschuldet. Es habe somit kein Problem, Investitionen zu günstigen Bedingungen zu refinanzieren. Das sei ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, vor allem nachdem der US-Kongress im Dezember attraktive Förderbedingungen für Solarinvestitionen in den USA bis 2020 festgeschrieben hat (wir haben darüber  berichtet). First Solar könne damit auf ein weiterhin gutes Geschäft mit großen Solarparks hoffen, bei dem die Vorfinanzierung ein wichtiger Aspekt sei. Zuletzt hatte First Solar rund 70 Prozent der Umsätze im Projektgeschäft erwirtschaftet.

Wettbewerbsvorteil im Modulgeschäft wächst

Der Konzern ist aber auch einer der größten Solarhersteller der Welt. Dabei ist First Solar auf Dünnschicht-Solarmodule spezialisiert. Die kommen ohne den Rohstoff Silizium aus, den die meisten Modulhersteller einsetzen. Das ermöglicht geringere Produktionskosten. Dafür sind Dünnschicht-Solarmodule nicht so leistungsstark wie Silizium-Module. Aber bei großen Photovoltaikprojekten in sonnenreichen Gegenden ist der Kostenfaktor für Investoren wichtiger als die Leistung, da sie mit einem überreichen Sonnenscheinangebot rechnen können. Sophie Karp lobt denn auch, dass First Solar Kunden einen deutlichen Kostenvorteil bieten kann im Vergleich zur Konkurrenz, die fast ausschließlich Silizium-Module anbietet. Die Analystin geht davon aus, dass First Solar die eigenen Produktionskosten weiter senken und damit die Rendite steigern kann.

Laut Jeffrey Osborne, Analyst von Cowen in New York, hat First Solar den Preisabstand zu den Anbietern von Silizium-Module zuletzt ausbauen können. First Solar produziere Solarpanele inzwischen zum Teil für ganze 40 Cent je Watt und damit um 15 Prozent billiger als bei der chinesischen Trina Solar, einem der weltweit größten Hersteller herkömmlicher Solarmodule. Wie Osborne in einem Interview mit Bloomberg erläuterte, will First Solar die Produktionskosten bis 2019 weiter verringern, so den Vorsprung zur Konkurrenz ausbauen und wieder verstärkt Einnahmen aus dem Modulgeschäft erzielen.

First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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