Silizium ist der wichtigste Rohstoff für die Produktion von Solarmodulen. Wacker Chemie ist einer der größten Hersteller weltweit. / Quelle: Unternehmen

04.11.15 Aktientipps

Solaraktie Wacker Chemie AG auf der Überholspur – lohnt sich der Einstieg noch?

Nach langer Talfahrt ging es für die Aktie des Solarzulieferers Wacker Chemie AG zuletzt wieder aufwärts. Mit 82,5 Euro notiert sie im Xetra auf Jahressicht aber immer noch über 15 Prozent im Minus. Kann sie weiter aufholen oder ist das Kurspotential vorerst ausgereizt?

Bernhard Weininger ist Aktienanalyst der WGZ Bank. Er hatte vor rund einem Monat die Aktie von Wacker Chemie als unterbewertet eingestuft und zum Kauf empfohlen. Darüber hatten wir in einem  Aktientipp  von Anfang Oktober berichtet. Seither hat sich der Anteilsschein des Konzerns aus München um rund 20 Prozent verteuert. Dazu trug auch die Zwischenbilanz bei, die Wacker vor wenigen Tagen für das dritten Quartal und die ersten neun Monate 2015 veröffentlicht hat. Demnach konnte der Hersteller von Silizium für die Solarindustrie von Januar bis September Umsatz und Ergebnis deutlich verbessern. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,9 Prozent und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 6,7 Prozent (wir haben darüber  berichtet). Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) entwickelte sich stabil.

Schwaches Quartalsergebnis

Im dritten Quartal erlitt die Wacker Chemie AG allerdings einen Gewinneinbruch. Dabei war auch hier der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum zweistellig angewachsen. Das EBIT fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um 36 Prozent geringer aus, das EBITDA um 23 Prozent. Der Nettogewinn je Aktie des Gesamtkonzerns halbierte sich von 119 Millionen auf 58,2 Millionen Euro, je Aktie von 2,43 auf 1,21 Euro. Geringere Preise für Solarsilizium, vor allem aber hohe Abschreibungen hatten dies bewirkt. Im Siliziumgeschäft verringerte sich die EBIT-Marge im Vergleich zum dritten Quartal 2014 von 48,6 Prozent auf 13,1 Prozent. In dieser Sparte sackte das EBIT sogar um 71 Prozent ab.

Analyst zuversichtlich

Doch der Vorstand bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr und stärkte damit offenbar das Vertrauen der Börsianer in die Wacker-Aktie. Er stellte ein Umsatzplus von rund zehn Prozent in Aussicht bei einem gegenüber 2014 leicht verbesserten EBITDA. WGZ-Experte Weininger beurteilt die Aussichten für Wacker für das Gesamtjahr jetzt sogar noch etwas positiver als bisher. Der Analyst betont, dass seine Erwartungen an das dritte Quartal des Konzerns leicht übertroffen wurden, und hat seine Prognose für das Gesamtjahr leicht angehoben.

Wie Weininger ausführt, lag der Umsatz des Konzerns im dritten Quartal über seinen Erwartungen. Zugleich seien die Abschreibungen geringer ausgefallen als von ihm zuvor angenommen. Er habe ein schwächeres Ergebnis erwartet. Im Gesamtjahr traut er Wacker nun einen Gewinn je Aktie von 3,59 Euro zu nach bislang 3,55 Euro. Das liegt zwar ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 4,10 Euro je Aktie. Aber der Experte der WGZ Bank sieht den Solarzulieferer auf einem guten Weg, in 2016 einen Gewinnsprung auf 4,15 Euro je Aktie zu erreichen. Nach seiner Einschätzung wird der Konzern für 2015 eine Dividende von 1,50 Euro ausschütten. Diese würde dann genau so hoch ausfallen wie für 2014. Für 2016 rechnet Weininger mit 1,60 Euro Dividende je Aktie.

Der Analyst sagt voraus, dass es für die Wacker-Aktie weiter aufwärts gehen wird. Sie sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 22 noch immer günstig bewertet. Sein Kursziel für die nächsten zwölf Monate erhöht Weininger von 90 auf 96 Euro.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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