Silizium wird in Barren gebrannt, zu so genannten Ingots. Aus diesen lassen sich Wafer schneiden, um Solarzellen daraus zu fertigen und sie zu Solarmodulen zu bündeln. Wacker Chemie steht als Siliziumhersteller am Anfang dieser Wertschöpfungskette. / Quelle: Unternehmen

02.10.15 Aktientipps

Solaraktie Wacker Chemie AG vor der Trendumkehr?

Seit Monaten befindet sich die Aktie des Solarzulieferers Wacker Chemie AG im Tiefflug. Dabei verzeichnet der Konzern aus München durchweg ein starkes Wachstum. Warum steht die Aktie dennoch so stark unter Druck? Was spricht für eine Trendumkehr?

Noch vor einem halben Jahr war die Welt für Aktionäre der Wacker Chemie AG in Ordnung. Der Solarzulieferer hatte Mitte März für 2014 einen Gewinnsprung gemeldet. Das Unternehmen erreichte 2014 mit 443 Millionen Euro beinahe vier Mal mehr Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) als im Vorjahr. Die Konzerführung stellte zudem weiteres Wachstum in Aussicht und die Aktie erreichte mit 112 Euro eine Kurshöhe wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Doch seither stürzte der Kurs massiv ab. Mit nur knapp 70 Euro notiert der Anteilsschein heute Mittag im Xetra nunmehr gar 29 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei hat der Wacker Chemie AG gute Zwischenbilanzen für das erste und auch für das zweite Quartal vorlegen können. Bernhard Weininger, Aktienanalyst der WGZ BANK, hält denn auch die starken Kursabschläge der vergangenen Monate für übertrieben.

Erschwerte Rahmenbedingungen insbesondere für das Solargeschäft

Der Analyst erklärt die Wertverluste vor allem mit schlechten Rahmenbedingungen, etwa mit den verringerten Konjunkturaussichten in Schwellenländern wie China, einem wichtigen Absatzmarkt der Wacker Chemie AG. Der Konzern ist einer der weltweitgrößten Hersteller von Silizium, dem wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Solarmodulen. Die werden überwiegend in China produziert. Unter anderem die von den USA eingeführten hohen Importzölle für Solartechnik aus China belasten das Geschäft mit Silizium. Denn die Hersteller geben den Preisdruck an Zulieferer wie Wacker weiter. Nach Einschätzung von Weininger stehen die Münchener im Silizium-Geschäft tatsächlich vor „Herausforderungen“. Hier sei der Umsatz schon im zweiten Quartal leicht rückläufig gewesen. Doch mittelfristig seien die Aussichten des Unternehmens weiter „intakt“. Der Experte hält daher „den jüngsten Kursrückgang für überzogen“ und empfiehlt den Kauf der Aktie. Er rechnet auf Sicht von zwölf Monaten mit einer deutlichen Kurserholung. Als Kusziel nennt er 90 Euro.

Allerdings hat der Analyst seine Gewinnerwartungen verringert. Er traut der Wacker Chemie jetzt für 2015 noch einen Gewinn je Aktie von 3,55 Euro zu statt 3,90 wie bisher. In 2014 hatte der Konzern noch 4,10 Euro Gewinn je Aktie verbucht. Für 2016 erwartet Weininger dann wieder einen deutlichen Anstieg auf 4,15 Euro Gewinn je Aktie. Hier hatte er bislang mit 4,54 Euro je Aktie gerechnet.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888 
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