Solartechnik-Produktion von JA Solar in China. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Solaraktien kurzfristig im Aufwind – Was steckt dahinter?

Zahlreiche Solaraktien sind derzeit mächtig  im Aufwärtstrend – speziell aus dem Branchensegment Hersteller und aus China. An den jeweiligen US-Börsen legten die Aktien im gestrigen Tagesverlauf teils zweistellig zu. Der Anteilsschein von Trina Solar aus Changzhou steigerte sich beispielsweise um 12,6 Prozent. Die Aktie von JA Solar aus Shanghai kletterte um knapp 15 Prozent.  Und die Aktie von Yingli Green Energy steigerte sich innerhalb eines Handelstages um 11,2 Prozent . Der Anteilschein von JinkoSolar legte sogar fast 18 Prozent zu.

Hintergrund dieses Kursfeuerwerks sind übereinstimmende Medienberichte wonach die chinesische Führung ihr Ausbauziel für Solarenergie im eigenen Land im laufenden Fünfjahresplan bis 2015 deutlich steigern will. Statt 21.000 Megawatt (MW) Leistungskapazität sollen es 35.000 MW werden. Die Entwicklung der heimischen Solarindustrie sei von zentraler Bedeutung auf dem Weg, die Energiestruktur des Landes zu verbessern, hieß es demnach von der Regierung. Zusätzlich solle die Photovoltaik-Prtoduktionskapazität stärker kontrolliert und rückständige Fertigungstechnologie zurückgebaut werden. Ziel sei es die eigene Industrie Unabhängiger vom Rohstoff Silizium zu machen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Diese Neuausrichtung der Photovoltaikstrategie für das eigene Land kann durchaus als Reaktion auf die Anti-Dumping-Zölle, gelten die zunächst in den USA und schließlich auch für die EU eingeführt wurden, wenngleich letztere zunächst vorläufig gelten (ECOreporter.de berichtete). Denn zunächst hatte China im Handelsstreit mit dem Westen laut darüber nachgedacht, seinerseits Strafzölle auf Silizium zu erheben, dies jedoch wieder  verworfen. Stattdessen den Heimatmarkt weiter anzukurbeln, auf dem ohnehin fast ausschließlich heimische Unternehmen richtig Fuß fassen können, scheint die gewählte Alternative der chinesischen Regierung zu sein.

Die chinesischen Solarhersteller, so der Vorwurf, betreiben mit Hilfe immer neuer kostengünstiger Kredite von Staatsbanken Preisdumping. Weil aber westliche Solarausrüster und Solarzulieferer, die beispielsweise Fertigungslinien für Solarmodule oder eben Rohstoffe zur Produktion liefern, wichtige Geschäftsbeziehungen nach China unterhalten, ist die westliche Branche beim Thema Importzölle auf chinesische Solartechnik weiter tief gespalten.

Ob die neuerliche Strategiejustierung der chinesischen Regierung aufgeht, wird in Fachkreisen diskutiert: Marktbeobachter weisen daraufhin, dass China weiterhin Probleme mit maroden Stromnetzen hat und, dass der größte Stromnetzbetreiber State Grid deshalb zahlreiche fertig installierte Wind- und Solaranlagen nur mit großer Verspätung anschließt. Grund sei die Angst die Netze zu überlasten.  Allerdings hat China in der jüngeren Vergangenheit angekündigt, auch hier innerhalb weniger Jahre  Abhilfe schaffen zu wollen.
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