Naturstrom bietet Kunden künftig Solaranlagen und Heimspeicher für 18 Jahre zur Pacht an. Das Geschäftsmodell ist nicht neu. / Foto: Naturstrom AG

16.08.17 Erneuerbare Energie , Anleihen / AIF

Solaranlage leasen: Naturstrom AG kopiert Geschäftsmodell von Vivint Solar und Sunrun

Sie möchten eine Solaranlage auf dem Dach haben, aber Sie können die Startfinanzierung momentan nicht stemmen? Sie wollen sich nicht mit Details wie Versicherung und Wartung herumschlagen? – Die Naturstrom AG aus Düsseldorf bietet künftig Photovoltaik-Anlagen im Komplettpaket an, für Kunden zum Leasen. Ganz neu ist die Idee aber nicht: US-Unternehmen wie Vivint Solar oder Sunrun machen es vor.


Naturstrom will die Anlagen errichten, versichern und die Betriebsführung übernehmen. Auch die Investitionskosten trägt der Energieversorger: Naturstrom verpachtet die Solaranlagen und auf Wunsch auch einen Speicher nach der Errichtung an den Kunden. Der Pachtvertrag mit konstanten monatlichen Raten sei auf 18 Jahre ausgelegt, teilte das Unternehmen mit.

Solaranlagen und Leasing: Ein kapitalintensives Geschäft

Ähnliche Geschäftsmodelle haben auch die US-Solarunternehmen Vivint Solar und Sunrun. Erlöse erwirtschaften beide über langlaufende Leasingverträge mit den Kunden. Aufgrunddessen haben die Projektierer einen hohen Kapitalbedarf und müssen einen großen Teil der Einnahmen investieren. Auch der Ausbau des Kundenstamms verursacht Kosten.  Deswegen hat Vivint Solar beispielsweise eine Reihe von Quartalsverlusten hinter sich, weil es dauert, bis sich das Geschäft rentiert.  

Doch davon lässt sich Naturstrom nicht abschrecken. Das Unternehmen setzt auf seine "langjährigen Erfahrungen im Bereich Erneuerbarer Energien" und bietet seinen Kunden an, "geignete Anlagenpakete für die jeweilige individuelle Situation" zusammenzustellen.

Das 1998 gegründete Unternehmen ist nicht an der Börse notiert. Rund 1.000 Kleinaktionäre halten zusammen die Mehrheit ihrer Aktien. Die Naturstrom AG finanziert aber einen Teil ihrer Geschäfte über Nachrangdarlehen. Wir haben diese Anlageangebote geprüft. Lesen Sie dazu den ECOanlagecheck aus 2015, der ein solches Nachrangdarlehen analysiert.
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