Freiflächenanlage von Yingli Green Energy. / Quelle: Unzternehmen

17.06.13

Solarkonzern Yingli ergattert Großauftrag – Sparkurs verschärft

Licht und Schatten beim chinesischen Solarhersteller Yingli Green Energy aus Baoding: Einerseits hat der Solarkonzern einen großen Vertriebserfolg in der Heimat erzielt, andererseits stoppt das Unternehmen die Auszahlung einer Dividende und kündigte an seine Neuinvestitionen herunterzufahren um einen Kredit bedienen zu können.

Zum einen sei ein Vertrag mit den Verantwortlichen der Stadt Qujing und der Region Honghe unterzeichnet worden, der bis 2016 den Bau von Solaranlagen mit 3.000 Megawatt (MW) Leistungskapazität in der Provinz Yunnan vorsehe. Zum anderen reagiere die Unternehmensführung unter anderem mit dem Stopp einer Dividendenzahlung auf die neuen vorläufigen Strafzölle für chinesische Photovoltaikprodukte nach Europa. Dabei ist es überhaupt erstaunlich, dass Yingli Dividenden ausschüttet. Denn das Unternehmen macht seit einem Jahr und neun Monaten in jedem Quartal Verlust.

Ziel sei es, laufende Kredite zu bedienen, so Yingli. Dafür sei auch die Reduzierung der Neuinvestitionen vorgesehen, so die Unternehmensführung weiter. Konkret geht es um eine Paket an Krediten, das ursprünglich umgerechnet 217 Millionen Dollar umfasste. Davon seien aktuell noch 34,4 Millionen Dollar zu begleichen, so der Solarkonzern. Notwendig sei überdies, die Abhängigkeit vom europäischen Solarmarkt weiter zu minimieren. In den ersten fünf Monaten 2013 machte Yingli 54 Prozent seines Umsatzes in Europa. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 62 Prozent gewesen.

Seit dem 5. Juni 2013 erhebt die Europäische Union vorläufige Importzölle auf Solartechnik aus China, weil chinesische Hersteller dank üppiger finanzieller Unterstützung heimischer Staatsbanken wesentlich billiger anbieten können als die Konkurrenz in Europa (ECOreporter.de berichtete). Zunächst liegt dieser Anti-Dumping-Zoll pauschal bei11,8 Prozent. In einer zweiten Phase steigt er jedoch auf durchschnittlich 47 Prozent, wobei verschiedene Hersteller unterschiedlich stark betroffen sind.  Ob dieser Zoll längerfristig eingeführt wird, entscheidet sich nach einem Votum der 27 EU-Mitgliedsstaaten bis Ende Dezember 2013. Es gilt derzeit allerdings als nicht sehr wahrscheinlich, dass es so kommt, weil Europa seine Handelsbeziehungen zu China nicht zu sehr belasten will.
Yingli Green Energy: ISIN US98584B1035 / WKN A0MR90
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