Die Kosten für Solarmodule sind stabil geblieben. Doch das soll sich bald ändern Aufschläge könnten Produkte aus China bald deutlich teurer machen. / Bildquelle: BSW Solar

21.05.13 Erneuerbare Energie

Solarmodulpreise im April konstant - Zölle verunsichern

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.


Marktkommentar für April 2013:


Nach monatelangem Rätselraten hinsichtlich der Höhe anstehender Strafzölle auf chinesische Module ist die Katze nun scheinbar aus dem Sack – die Zölle sollen laut Empfehlung des zuständigen EU-Komissars De Gucht zwischen 37 und 68 Prozent liegen. Im Durchschnitt wären das 47 Prozent, was die ursprünglichen Annahmen vieler Marktteilnehmer weit übertrifft.

 

Die Tendenz scheint geklärt, doch die Unsicherheit wächst und neue Fragen werden aufgeworfen. Woran messen sich die Aufschläge? Welcher Verkaufspreis soll gelten? Und welcher Referenzpreis ist ausschlaggebend? Sollen in Zukunft alle Produkte zu einem Einheitspreis gehandelt werden, in kontrollierten Mengen? Und wie groß kann das Chaos eigentlich noch werden?

                                    

China wird den Druck auf die EU nun weiter verschärfen und ein klarer Verlierer in diesem Handelskrieg steht jetzt schon fest: der europäische Photovoltaik-Markt. Auf dem Online-Handelsplatz pvXchange ist bislang kein Nachfragerückgang speziell nach chinesischen Produkten erkennbar, doch die Entscheidungsfreudigkeit und die tatsächliche Abschlussrate sinkt durch die momentan kaum kalkulierbaren Risiken. Bisher bieten viele Hersteller und Importeure ihre Module mit einem moderat kalkulierten Aufschlag für Zölle an, oftmals verbunden mit Vertragsbedingungen, die eine klare Risikoteilung vorsehen. Die gegebenenfalls anfallenden Mehrkosten sollen dann geteilt werden. Mit den nun bekannt gewordenen voraussichtlichen Zollraten würde das zu einer satten Mehrbelastung für den Käufer führen. Eine professionelle Finanzierung kann so nicht durchgeführt und größere Projekte können kaum mehr realisiert werden. Während sich chinesische Hersteller wahrscheinlich vorerst zurückziehen und abwarten werden, bleibt den europäischen Herstellern vielleicht erst mal nur noch der Markt mit Klein- und Kleinstanlagen. Aber bildet dieser eine Grundlage für ein dauerhaftes Überleben?

 
Grafik: pvXchange

Erläuterung zur Grafik: Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.


Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an. Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.


Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.


Ähnliche Dünnschicht-Technologien sind zusammengefasst, auch wenn Preis und Anteil einer Technologie innerhalb eines Monats bei pvXchange schwanken. Weil sich am Markt für Dünnschichtsolarmodultechnik einiges getan hat, dass zu großen Preisunterschieden innerhalb dieses Segmentes führte, wurde auch hier die Erhebung angepasst. Die preisliche Differenz zwischen reinen a-SI Modulen und Tandem-Modulen a-Si/µ-Si (Mikromorph) sind mittlerweile so gravierend, dass diese nicht mehr zusammengefasst dargestellt werden, erläutert pvXchange. Die Werte zeigen aber insbesondere im Verhältnis zu den anderen Modul-Typen an, wie sich das Preisgefüge der unterschiedlichen Technologien zueinander entwickelt. Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt.


pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich. Im Juni 2012 erfolgte die zwischenzeitliche Umbenennung in sologico. Dies ist mit einigen Neuerungen an der Unternehmensspitze und der Rückkehr von Martin Schachinger, der zum Kreis der Hauptgesellschafter gehört, im Februar 2013 wieder rückgängig gemacht worden. Zum Jahresanfang 2013 gab es bei pvXchange zusammen mit dem Wechsel des Markennamens noch eine weitere Änderung: Neben Modulen und Wechselrichtern werden nun auch ganze Projekte in verschiedenen europäischen Ländern über den Online Marktplatz vermittelt.


Aktuell zählt das Unternehmen mehr als 9.000 registrierte Geschäftskunden und verzeichnete bisher ein Vermittlungsvolumen von über 600 MWp an Photovoltaik-Modulen und Wechselrichtern nach Europa, Asien und Nordamerika mit einem Gesamtwert von über einer Milliarde Euro.
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