Solarzellensortierung in der Produktion des chinesisch-koreanischen Herstellers Hanwha SolarOne aus Qidong. / Quelle: Unternehmen

16.12.13 Erneuerbare Energie

Solarmodulpreise künftig stabiler? - Rück- und Ausblick

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar zum Preisindex November

Der Abwärtstrend japanischer und deutscher Erzeugnisse bei der Preisentwicklung kristalliner Module im europäischen Spotmarkt hat im vergangenen Monat verlangsamt. Er konnte aber noch nicht gestoppt werden. Sogar die Preise für Module aus China haben nochmals nachgegeben. Allein die Preise für Importe aus Südostasien haben sich im November stabilisiert mit einem leichten Aufwärtstrend in Richtung Dezember. Der Grund für diese Entwicklung sind die für das Jahr 2013 weitestgehend erschöpften Importkontingente. Denn gleichzeitig wurde die immer noch reichlich existierende Lagerware aus China zu ermäßigten Konditionen verkauft.
Rückblickend war es ein ruhiges Jahr, die allgemeine Preisentwicklung betreffend.


Kannten 2012 die Preise noch über alle Technologien hinweg nur eine Richtung, nämlich nach unten, blieben sie 2013 über das ganze Jahr recht stabil. Zum Teil haben sie sich dabei sogar aneinander angenähert. Chinesische und südostasiatische Module liegen preislich momentan nur noch 18 bis 25 Prozent unter denen aus Japan und Deutschland/Europa. Das ist moderat, verglichen mit dem bisher größten Preisunterschied im Januar 2013, wo Chinas Modulpreise mehr als 36 Prozent unter denen japanischer Erzeugnisse lagen. Seitdem hat sich aber der japanische Markt etwas abgekühlt, was wieder mehr japanische und koreanische Ware nach Europa spülte und die Preise hat sinken lassen.

Über das Gesamtjahr hinweg haben Module aus Japan und Korea mit knapp unter 15 Prozent die größte Anpassung nach unten hinter sich, während bei deutschen Modulen mit minus zehn Prozent und bei China-Modulen mit plus 7,5 Prozent deutlich geringere Veränderung zu verzeichnen waren. 2012 fielen die Preise von Januar bis Dezember im Durchschnitt noch um 30 Prozent. In den Jahren davor war der Verfall sogar noch dramatischer. Diese Dynamik ist auch in Zukunft nicht mehr zu erwarten.




Grafik: pvXchange

Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.

Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.

Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich. Im Juni 2012 erfolgte die zwischenzeitliche Umbenennung in sologico. Dies ist mit einigen Neuerungen an der Unternehmensspitze und der Rückkehr von Martin Schachinger, der zum Kreis der Hauptgesellschafter gehört, im Februar 2013 wieder rückgängig gemacht worden. Zum Jahresanfang 2013 gab es bei pvXchange zusammen mit dem Wechsel des Markennamens noch eine weitere Änderung: Neben Modulen und Wechselrichtern werden nun auch ganze Projekte in verschiedenen europäischen Ländern über den Online Marktplatz vermittelt.
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