Bald schon dürfte die Solarstromleistung in Deutschland über 40.000 Megawatt liegen. Kleine Dachanlagen machen einen großen Teil davon aus. / Foto: Fotolia

04.05.16 Erneuerbare Energie

Solarstrom: 40.000-Megawatt in Deutschland bald geknackt?

Der Ausbau der Solarstromleistung in Deutschland geht weiter sehr langsam voran. Die im März 2016 bundesweit installierte Solarstromleistung liegt deutlich unter der im Vorjahreszeitraum. Positiv: die Tarife der staatlich garantierten Einspeisevergütung für Solarstrom bleiben weiter konstant. Und eine beachtliche Wegmarke ist in greifbarer Nähe.


Solaranlagen mit zusammen knapp 78 Megawatt (MW) Leistungskapazität gingen in Deutschland im März 2016 neu in Betreib. Das geht aus neusten Berechnungen der Bundesnetzagentur hervor. Damit lag die neu installierte Leistung zwar 50 Prozent über der des direkten Vormonats. Allerdings gingen im März 2015 noch Anlagen mit 97 MW neu in Betrieb. Das entspricht einer Verlangsamung des Ausbaus um 20 Prozent. Dazu gilt zu beachten: Bei den 78 MW neu installierter Gesamtleistung im März 2016 sind knapp 6,8 MW enthalten, die auf Freiflächenanlagen entfallen. Diese werden seit März 2015 bekanntlich über Ausschreibungen an Bauherren vergeben.
Photovoltaik: 40.000-Megawatt-Marke in greifbarer Nähe

Mit den bis Ende März 2016 neu installierten Solaranlagen kommt Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur mittlerweile auf 39.910 MW Solarstrom-Gesamtkapazität. Das entspricht dem Leistungsvermögen von knapp 27 Atomkraftwerken. Geht der Ausbau der Solarenergie in vergleichbarem Tempo voran, dürfte die 40.000-MW-Marke bis zum Ende des ersten Halbjahres 2016 überschritten sein.

Solarstrom: EEG-Einspeisetarife seit bald seit zehn Monaten konstant

Die Geschwindigkeit des Ausbaus der Solarenergie in Deutschland hat direkten Einfluss darauf, wie viel Geld die Betreiber neuer Anlagen für den produzierten Sonnenstrom erhalten. So will es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dazu gilt: Je schneller der Ausbau fortschreitet, desto geringer fällt die die staatlich garantierte Einspeisevergütung für die Betreiber neuer Solaranlagen aus. Gekürzt wird der Tarif dabei jeweils monatlich. Das heißt: wer seine Anlage im Januar eines Jahres in Betrieb genommen hat, der bekommt unter Umständen mehr Geld für seinen Strom als solche Betreiber, die im Februar desselben Jahres mit der Stromproduktion begonnen haben. Der jeweils im ersten Betriebsmonat geltende Einspeisetarif gilt dann allerdings für 20 Jahre fest. Weil aber der Ausbau der Solarenergie in Deutschland seit vielen Monaten sehr schleppend vorangeht, ist der Tarif seit September 2015 konstant geblieben.

Die aktuellen EEG-Einspeisetarife im Überblick

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