Anleihen / AIF

Solartarifkürzung ohne Murren? – Fondsanbieter: „Frankreich bleibt ein attraktiver Markt“



„Unsere Anleger sind auf der sicheren Seite“, sagt Gunnar von Reden, Sprecher der Berliner Fondsgesellschaft White Owl Capital (WOC), die mit dem geschlossenen Solarfonds WOC Nachhaltigkeitsfonds 03 am französischen Markt aktiv ist. „Sämtliche Kaufverträge für neue Anlagen haben eine Tarifgleitklausel. Das bedeutet, dass sich im Falle einer Senkung der Einspeisevergütung der Kaufpreis für die Anlagen ebenfalls entsprechend verringert“, so von Reden weiter. Betroffen von der Neuregelung, die am 1. September beschlossen werden soll, seien vor allem große Solarparks, deren Stromnetzanschluss bis zum 30. August noch nicht vollständig genehmigt worden ist (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). Für Anleger des WOC Nachhaltigkeitsfonds 03 stellt dies laut von Reden kein Problem dar: „Durch unsere Vertragsgestaltung ist die Anlegerrendite abgekoppelt von der tatsächlichen Höhe der Einspeisevergütung. Die Anleger sind damit auch unabhängig von der permanenten öffentlichen Diskussion über Tarifkürzungen“, sagt von Reden. Die Tarifgleitklausel habe sich zuvor schon in Spanien, dem Zielland der beiden Vorgänger-Solarfonds der WOC bewährt.

Kürzungen vergleichsweise moderat

„Tarifanpassungen wie diese gehören für uns seit Jahren zum Alltagsgeschäft“, sagt der WOC-Sprecher. Dabei handele es sich nicht um unvorhersehbare Katastrophen, sondern planbare Ereignisse, die entsprechend in Verträgen berücksichtigt würden, um Anlegerrenditen konstant zu halten. Im Vergleich zur Kappung in Deutschland und den Meldungen aus Spanien, wo sogar rückwirkende Tarifsenkungen ins Gespräch gebracht worden waren, sei die geplante Neuregelung in Frankreich „sehr moderat und den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst“. Schließlich seien die Entwicklungskosten für Solarprojekte ebenfalls stark gesunken, argumentiert er. Deshalb begrüße das Berliner Emissionshaus die aktuellen Pläne der französischen Regierung. „Unsere Vision ist eine Welt der Erneuerbaren Energien ohne staatliche Subventionen“, so von Reden. Dass eigentlich Erstaunliche an der Ankündigung der französischen Ministerien für Wirtschaft und Umwelt sei der Zeitpunkt ihrer Verlautbarung: „Wir waren schon sehr überrascht, zumal die letzte Neuregelung in Frankreich erst im Januar 2010 in Kraft getreten ist“, räumt von Reden ein.

Glaube an die Markpotenziale in Frankreich und Spanien ungebrochen
„Für uns bleibt der französische Markt nach wie vor sehr attraktiv, betont von Reden. WOC werde sich auch weiter auf die Kernmärkte Deutschland, Frankreich und Spanien konzentrieren. „Dass es in Spanien tatsächlich zu rückwirkenden Tarifkürzungen kommt halten wir für unwahrscheinlich“, konstatiert der WOC-Sprecher. Ein aktuelles Grundlagenpapier der spanischen Regierung bestätige dies. Andere Länder in Europa, die aufgrund attraktiver Tarife grundsätzlich für geschlossene Solarfonds interessant sein könnten, spielen nach seinen Angaben in den Überlegungen der WOC aktuell keine Rolle. „Tschechien und Großbritannien sind solche Märkte“, sagt von Reden. Unter anderem wegen der Wechselkursrisiken für beide Länder werde WOC dort  in absehbarer Zeit jedoch nicht aktiv werden, so von Reden. Zudem habe die Tschechische Republik unlängst ebenfalls angekündigt, die Tarife für Sonnenstrom ebenfalls zu senken (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete).


Bestandsschutz gibt Rechtssicherheit

Der geschlossene Solarfonds Leonidas IV mit Investitionsfokus Frankreich befindet sich derzeit mitten in der Zeichnungsphase. Die Initiatorin Leonidas Associates aus Eckental in Mittelfranken macht sich aber weder um die Renditeprognosen noch um die Anlagen im Portfolio sorgen. „Für Anlagen, deren Netzeinspeisung genehmigt wurden, existiert Bestandsschutz“, erklärte Leonidas-Associates-Geschäftsführer Max-Robert Hug auf Nachfrage von ECOreporter.de. Dies treffe auch auf alle Anlagen zu, die sich der Fonds bisher gesichert habe. Es gebe zudem noch genug weitere mit vollständigen Netzeinspeiseanträgen am Markt, so Hug weiter. Der gewährte Bestandsschutz gebe Rechtssicherheit und sei „ein Zeichen des fairen Umgangs mit allen Marktakteuren und Investoren.“
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