Solarmodul-Herstellung bei SolarWorld: Das Unternehmen bleibt in einer schwierigen Lage. / Foto: Unternehmen

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SolarWorld-Aktie fällt: Wie steht es um das Unternehmen?

"100 % Plus in 4 Tagen" – mit solchen Schlagzeilen machte die SolarWorld-Aktie in der vergangenen Woche von sich reden. Seriöse Einschätzungen zum Solarmodul-Hersteller aus Bonn gab es wenige. Und offenbar ist die Kursrally nun vorbei: Am heutigen Dienstagmorgen (10.1.) ging es im Xetra wieder leicht nach unten, die Aktie notierte um 9:29 Uhr wieder knapp unter 6 Euro.  Daran ändert auch die gestern angekündigte "Markenoffensive" nichts, die SolarWorld mit Sonepar Deutschland startet.   Der Elektrogroßhändler Sonepar setze exklusiv auf Solarmodule von SolarWorld, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Nach wie vor leidet SolarWorld allerdings unter den Dumpingpreisen der immer dominanter werdenden Konkurrenz aus China (wir berichteten).  Die Chinesen werden sich nicht mehr vom internationalen Markt verdrängen lassen und drücken die Margen der deutschen und europäischen Modulhersteller sukzessive.

Auch der schwelende  Rechtsstreit mit dem Siliziumhersteller Hemlock in den USA  hängt wie ein Damoklesschwert über SolarWorld: Eine Schadenersatzforderung in Höhe von 800 Millionen US-Dollar (umgerechnet 756 Millionen Euro) bei einer Marktkapitalisierung von aktuell 80,4 Millionen Dollar (etwa 75,9 Millionen Euro) – da könnte ein rechtskräftiges Urteil schwere Folgen haben. Zwar hatte SolarWorld zuletzt etwas Zeit gewonnen, aber ob eine Einigung mit Hemlock bevorsteht, bleibt unsicher.  Zudem ist SolarWorld hoch verschuldet, wie die im November veröffentlichte Zwischenbilanz zeigt.

Für den Aktienhandel bedeutet das "Zockerei". Von einem Investment in die Aktie von Solarworld ist unter diesen Umständen dringend abzuraten.

SolarWorld AG: ISIN DE000A1YCMM2 / WKN A1YCMM
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