Die Anleger von SolarWorld haben zwar in der vergangenen Woche grünes Licht für das Sanierungskonzept gegeben. Die aktuelle Zwischenbilanz des Solarkonzerns leuchtet aber ebenso rot wie dessen Fertigung von Solarzellen. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

SolarWorld bestätigt tiefrote Halbjahresbilanz - Aktie fällt

Die Aktie der SolarWorld AG befindet sich seit zehn Tagen kontinuierlich im Abwärtstrend. Heute bis 9:52 Uhr verlor sie in Frankfurt nochmals elf Prozent an Wert und fiel auf 0,41 Euro. Damit war sie fast zehn Prozent billiger als vor vier Wochen und notierte 60 Prozent unter ihrem Wert vor einem Jahr.

Ebenfalls heute bestätigte der Bonner Solarkonzern die im vergangenen Monat vorläufig gemeldeten Zahlen für die erste Jahreshälfte 2013. Demnach verharrt SolarWorld weiter tief in roten Zahlen. Zwar sind die Verluste deutlich geringer als zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Allerdings sind auch Absatz und Umsatz weiter stark zurückgegangen.

Im ersten Halbjahr 2013 setzte SolarWorld Photovoltaikprodukte mit 233 Megawatt (MW) Leistungskapazität ab. Das sind 30 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2012. Damals lag der Absatz noch bei 334 MW. Der Umsatz ist mit 201 Millionen Euro um 40 Prozent geringer ausgefallen als in den ersten sechs Monaten 2012. Für den Absatzrückgang machte die Unternehmensführung vor allem die abgeschwächte Nachfrage in den europäischen Märkten verantwortlich. „Die gesunkenen Absatzmengen und der fortdauernde Preisdruck durch Dumpingmodule führten dazu, dass auch der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreshalbjahr zurückging“, so der Vorstand weiter. Dennoch gelang es SolarWorld, den Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) mehr als zu halbieren. 69 Millionen Euro Defizit in der aktuellen Bilanz stehen 144 Millionen Euro EBIT-Verlust in der Vorjahreshälfte gegenüber.

Ähnlich verlief die Entwicklung des Konzernergebnisses nach Steuern. Für die Zeit zwischen Januar und Juni 2013 verbuchte SolarWorld ein Minus von 82 Millionen Euro nach 161 Millionenen Euro Nachsteuerverlust auf Konzernebene im Vorjahreszeitraum. Dennoch hat SolarWorld weiter Geld verbrannt, wenn auch dreimal weniger als in den ersten sechs Monaten 2012.  Der operative Cashflow für die erste Jahreshälfte 2013 lag bei minus neun Millionen Euro nach minus 27 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2012. „Dieser Rückgang ist vor allem auf Zinszahlungen und Investitionen in Zukunftstechnologie zurückzuführen“, hieß es dazu.
Konzernvorstand Dr. Frank Asbeck fand optimistische Worte: „Vergangene Woche haben Gläubiger und Aktionäre der SolarWorld AG den Weg zur Restrukturierung mit überwältigender Mehrheit frei gemacht. Das wird sich auch positiv auf das Geschäft im weiteren Jahr auswirken. Unsere Produktneuheiten werden unseren Absatz beleben.“
Starten soll die Restrukturierung im September 2013. Dannach wird es noch Monate dauern, um die einzelnen Schritte umzusetzen (mehr dazu lesen Sie hier). Weil Asbeck bislang jenseits der Sanierung kaum strategische Neuerungen ankündigte – es war lediglich von effizienterer Produktion die Rede – zweifeln Marktbeobachter, ob dies reicht, um tatsächlich gegen die große Konkurrenz am Weltmarkt zu bestehen.

SolarWord AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x