Maschine von Meyer Burger. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Solarzulieferer Meyer Burger verharrt in der Verlustzone

Der Solarzulieferer Meyer Burger Technology AG aus Baar in der Schweiz wird auch in 2014 rote Zahlen schreiben. Das kündigte das Unternehmen bei der Präsentation seiner Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 an. In diesem ist er demnach noch tiefer in die Verlustzone gefallen. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verzeichnete Meyer Burger einen Fehlbetrag von 162,8 Millionen Schweizer Franken (CHF) nach einem EBIT-Verlust von 110,8 Millionen CHF in 2012. Allerdings hatte der Solarzulieferer ein Minus in der Bandbreite von 170 bis 190 Millionen CHF angekündigt.

Das Unternehmen verwies auf den starken Nachfrageeinbruch seitens der Solarhersteller, der auch in 2013 angehalten habe. Meyer Burger liefert unter anderem Drahtsägen für Produzenten von Solarwafern, aus denen Solarzellen gefertigt und zu Solarmodulen verbunden werden. Noch bis 2013 hatte es ein großes Überangebot im Weltmarkt für Solarkomponenten gegeben, weshalb die Solarhersteller kaum in ihre Produktion investierten. Allerdings setzte nach mehrjähriger Marktbereinigung und einem weiteren Anstieg des weltweiten Solarzubaus im Jahresverlauf eine Trendwende ein und viele Experten rechnen damit, dass wieder stärker in die Produktion von Solartechnik investiert wird.

Aus diesen Gründen erlitten Solarzulieferer wie Meyer Burger auch im vergangenen Jahr starke Umsatzeinbrüche (lesen Sie dazu auch die schwache  Jahresbilanz  des deutschen Solarausrüsters Pfeiffer Vacuum). Die Erlöse der Schweizer gingen in 2013 gegenüber dem Vorjahr von 645,2 Millionen CHF auf 202,7 Millionen CHF zurück, also um mehr als ein Drittel. Hier verfehlte das Unternehmen seine zum Jahresbeginn ausgegebene Prognose und erklärte dies damit, dass sich die Nachfrage später als erwartet belebt habe. Viele Neuaufträge seien für die Berichtsperiode 2013 nicht mehr umsatzwirksam gewesen. Dennoch lag der Auftragseingang von Meyer Burger Ende letzten Jahre mit 287,7 Millionen CHF um 29 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Berichtsjahr wurde der Auftragsbestand um Order bereinigt, die in näherer Zukunft nicht von den Kunden abgenommen werden können. Der netto verbleibende Auftragsbestand belief sich auf 190,3 Millionen CHF, was mit 111,9 Millionen CHF zum Ende des Vorjahres zu vergleichen ist.

Der Solarzulieferer hat im vergangenen Jahr seine flüssigen Mittel deutlich erhöht, nach 134,5 Millionen CHF Ende 2012 steigen sie bis Ende 2013 auf 173,2 Millionen CHF. Dazu trug die im Mai 2013 durchgeführte Aktienkapitalerhöhung mit einem Zufluss von brutto 151,7 Millionen CHF wesentlich bei. Das Unternehmen muss seinen Technologievorsprung gegenüber der Konkurrenz verteidigen und daher über ausreichend Mittel für Investitionen verfügen. Aus diesem Grund hat es eine Aktienkapitalerhöhung durchgeführt. Durch die Platzierung von 4,8 Millionen Namenaktien der Gesellschaft aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechtes bisheriger Anteilseigner nahm Meyer Burger nach eigenen Angaben 77,76 Millionen CHF ein. Dadurch erhöhe sich das Aktienkapital um 5,7 Prozent. Als ersten Handelstag für die neuen Aktien nannte der Solarzulieferer den 21. März.

Die Führung des Unternehmens stellte klar, dass eine Rückkehr zu profitablen Ergebnissen frühestens in 2015 möglich sei. Allerdings rechnet sie beim Umsatz und Ergebnis für die zweite Jahreshälfte mit einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH0108503795 / WKN A0YJZX
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x