26.07.17 Erneuerbare Energie

Solarzulieferer profitieren von Photovoltaik-Boom in Asien

Asiatische Solarfirmen investieren im ersten Quartal 2017 kräftig in neues Equipment – davon profitieren auch die deutschen Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik. Das teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit, der über 3.200 Unternehmen vertritt.

So haben sich in den ersten drei Monaten 2017 dem Verband zufolge die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 151 Prozent erhöht. Die Umsätze hätten dabei 7 Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals 2016 und 40 Prozent unter dem des Vorquartals gelegen. Dies entspreche dem Muster der Vorjahre, so der VDMA.

Ein Grund für den Boom dürfte die Ankündigung von Einschnitten bei der Solarförderung in China sein. Diese Einschnitte sollen zur Jahresmitte erfolgen. Das hat in China eine Explosion der Installationen und damit der Nachfrage für Solarmodule ausgelöst (lesen Sie dazu unsere Analyse zu den Auswirkungen auf Solar-Aktien). Ein wiederholtes Phänomen, denn schon im Vorjahr hatten chinesische Solarprojektierer in den ersten sechs Monaten so viele Solaranlagen wie möglich umgesetzt.

Niedrige Preise verhageln den Umsatz

"Die hohe Investitionstätigkeit der Solarzellenhersteller in den Ausbau bestehender und neuer Produktionskapazitäten hält an, die Produktion ist ausgelastet, jedoch wirken sich die niedrigen Preise negativ auf die Umsätze aus", erklärte Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorstandschef von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Die Auftragsbücher der deutschen Photovoltaik-Zulieferer seien aber gut gefüllt. Das sei "ein klares Zeichen, dass man global weiterhin und ungebremst auf Technologie und Maschinen Made in Germany setzt. Dies sichert Arbeitsplätze in der Solarindustrie in Deutschland", so Fath weiter.

Umsatzanteil: China bleibt wichtigster Markt für Solarausrüster

Mit 95 Prozent hat die Exportquote dem VDMA zufolge in den ersten drei Monaten ein neues Rekordhoch erreicht. Allein aus Ostasien stammten dabei 86 Prozent des Umsatzes. Nach Angaben des Verbands machen die deutschen Anlagenbauer 68 Prozent ihres Gesamtumsatzes in China. Korea, Japan und Indien steuerten nur ein Prozent bei. Europa komme auf einen Anteil von 6 Prozent, Deutschland von 5 Prozent und die USA auf nur 3 Prozent im ersten Quartal.

Am gefragtesten sei weiterhin Equipment für die Produktion von kristallinen Solarzellen mit 39 Prozent, gefolgt Maschinen für die Silizium-, Ingot- und Waferfertigung mit 22 und kristalline Modulproduktion mit 21 Prozent. Dünnschichtlösungen kämen immerhin auf 18 Prozent im ersten Quartal.

China setzt auf Dünnschicht-Technologie


Der VDMA berichtet weiter, dass gegenüber dem vierten Quartal 2016 der Auftragseingang um 328 Prozent angestiegen sei. 93 Prozent der Bestellungen seien dabei aus Asien gekommen. Auf europäische Photovoltaik-Hersteller entfielen 3 Prozent und auf Produzenten aus Deutschland und den USA jeweils 2 Prozent.

Dieser extrem hohe Auftragseingang sei vor allem darauf zurückzuführen, dass im asiatischen Raum eine Massenproduktion von Dünnschichttechnologie angestrebt werde, sagte Jutta Trube, Geschäftsführerin VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Für die kristallinen Anwendungen sei in den nächsten Monaten hingegen mit einer weiteren Verlagerung in neue Märkte außerhalb Chinas zu rechnen. Zudem setze sich hier der Trend zu Investitionen in Effizienz steigernde Technologien fort.

Dünnschicht-Module sind günstiger und leichter als kristalline Photovoltaik-Module. Sie weisen aber im Vergleich zu diesen einen geringeren Wirkungsgrad von etwa 6 bis 10 Prozent auf, das heißt, sie erzeugen weniger Leistung.
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