Die Geberit AG stellt Sanitärtechnik her. Der Konzern hat seinen Sitz in Rapperswil-Jona in der Schweiz. / Foto: Unternehmen

02.11.17 Aktientipps , Aktien-Favoriten

Solide Zahlen bei Geberit - Aktienkurs fällt dennoch

Die Geberit AG hat solide Zahlen für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht: Umsatz und Gewinn legten zu, doch der Aktienkurs gibt nach. Was steckt hinter dem Kursrückgang - und wie geht es weiter mit dem Schweizer Spezialisten für Sanitärtechnik? Sollen Anleger die Aktie nach wie vor halten?

Drittes Quartal 2017: Umsatz- und Ergebnissteigerung

Im dritten Quartal 2017 steigerte Geberit den Umsatz nach Steuern um 5,8 Prozent auf 733 Millionen Schweizer Franken (CHF, umgerechnet 629 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal 2016 wurde ein Nettoumsatz von 692,6 Millionen CHF (594,53 Millionen Euro) verbucht.

Das Ergebnis nach Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 2,8 Prozent auf 217,6 Millionen CHF (186,79 Millionen Euro) (drittes Quartal 2016: 211,6 Millionen CHF, 181,6 Millionen Euro). Auch der bereinigte Gewinn je Aktie legte zu: Um 4,9 Prozent auf 4,51 CHF (3,87 Euro). In der Vorjahresperiode betrug der bereinigte Gewinn je Aktie 4,30 CHF (3,69 Euro).

Neun-Monats-Zahlen bescheiden, Aktie verliert

Das sind solide Zahlen - waum fällt dennoch der Aktienkurs im Tagesverlauf um fast 2 Prozent auf 442,80 CHF je Aktie (380,23 Euro, Stand: 1. November 2017, 14:30 Uhr)? Ein möglicher Grund: Auf Sicht von neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2016 nicht gut ausgefallen: Bis auf den Umsatz (plus 1,4 Prozent) verloren das EBITDA (minus 6,9 Prozent) und der Gewinn je Aktie (minus 11,1 Prozent) im Neun-Monatsvergleich deutlich.

Belastung durch Werkschließung und Akquisition

Die bescheidenen Neun-Monats-Zahlen sind auf zwei in Frankreich geschlossene Keramikwerke zurückzuführen. Die Schließungen brachten eine finanzielle Belastung von 45 Millionen CHF, umgerechnet 38,6 Millionen Euro. Zudem wurden die Ergebnisse erneut negativ durch Einmalkosten beeinflusst, diese enstanden durch die Übernahme von Sanitec. Das Unternehmen ist bereits fest in den Geberit-Konzern integriert. Dadurch wurde ein Minus von 69 Millionen CHF (59,2 Millionen Euro) auf das Nettoergebnis EBITDA verbucht.

Gestiegene Rohmaterialpreise und Personalkosten wirkten ebenfalls negativ auf das Neun-Monats-Ergebnis. Ein im Juni 2017 gestartetes Aktienrückkaufprogramm hatte bisher noch keine Auswirkungen auf die wichtigsten Kennzahlen Umsatz und Gewinn.

Positiver Ausblick für Gesamtjahr 2017    

Die Geschäftsführung geht von einem insgesamt positiv auslaufenden Gesamtjahr 2017 aus: Die Nachfrage aus der Bauindustrie sei nach wie vor gut. Unterschiede gibt es in einzelnen Regionen und Ländern: Während in den west-, ost- und nordeuropäischen Ländern ein positives Marktumfeld erwartet wird, ist das Wachstumspotential in Deutschland eingeschränkt. Es fehlen qualifizierte Installateure.

In Großbritannien wirkt sich der Brexit immer noch negativ auf das Geschäftsfeld aus. Für den in Nordamerika wichtigen institutionellen Bausektor rechnet die Geberit-Gruppe mit stagnierenden Geschäften, während im Wohnungsbau ein leichtes Wachstum erwartet wird. Der asiatisch-pazifische und afrikanische Raum entwickelt sich für Geberit insgesamt positiv.

Fazit: Aktie halten, in Schwächephasen (nach-)kaufen

Wir halten trotz der momentanen Schwächephase an der Geberit-Aktie fest und empfehlen sie interessierten Investoren zum Kauf. Bereits investierte Anleger können die derzeitige Kursschwäche nutzen und ihre Anteile auf maximal 5 Prozent des Gesamtportfolios aufstocken.

Die Schweizer Geberit-Gruppe bietet Konzern- und Aktionärsstabilität, ein fähiges Management und qualitativ hochwertige Produkte. Zudem ist das Unternehmen im Bereich Umweltschutz sehr aktiv: Wassersparende Sanitärprodukte sowie eine umweltschonende Produktion haben bei Geberit sehr hohe Priorität.

Seit der Aufnahme in unsere  ECOreporter-Favoriten-Aktien, (Link entfernt)  Kategorie Mittelklasse-Aktien, (Link entfernt) Anfang September 2016 hat die Geberit-Aktie um mehr als 15 Prozent zugelegt. Hinzu kommt eine Dividende von voraussichtlich 10,53 CHF (9,04 Euro, aktuelle Dividendenrendite 2,21 Prozent) für das Geschäftsjahr 2017. Im Jahr 2016 schüttete Geberit noch 10 CHF (8,59 Euro) je Aktie an die Aktionäre aus. Seit 2010 erhalten Aktionäre jedes Jahr eine höhere Dividende. 

Geberit AG: ISIN CH0030170408 / WKN A0MQWG
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