12.11.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Sonnige Aussichten? - warum der Vorstand der S.A.G. Solarstrom AG die Zukunft zuversichtlich einschätzt



Im 3. Quartal hat das Freiburger Solarunternehmen mit 44,8 Millionen Euro nach eigenen Angaben einen Rekordumsatz erzielt. In den ersten neun Monaten stieg der Konzernumsatz damit von 64 Millionen auf 76,5 Millionen Euro. Der gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) wurde im 3. Quartal auf 2,0 Millionen Euro nahezu verdoppelt(Vorjahreszeitraum: 1,1 Millionen Euro).  Nach neun Monaten betrug das EBIT 2,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 2,1 Millionen Euro).

„Nach heutigem Stand des Auftragseingangs und der Projektfortschritte werden wir im 4. Quartal das Ergebnis des 3. Quartals voraussichtlich noch übertreffen“, erklärte Vorstandschef Karl Kuhlmann.  Im Gespräch mit ECOreporter.de zeigte er sich zuversichtlich, „die für das Gesamtjahr prognostizierten Umsätze und Ergebnisse zu erreichen. Die S.A.G. hatte 120 bis 140 Millionen Euro Umsatz und ein EBIT von fünf bis acht Millionen in Aussicht gestellt.

Laut Kuhlmann setzt das Unternehmen derzeit mehrere Großprojekte nach Plan um und sollen bis Dezember mindestens 20 Megawatt (MW) ans Netz gebracht werden. „Solide Planung, Controlling, Risikomanagement, Vertriebsstärke und Verlässlichkeit haben es der S.A.G. ermöglicht, auch in einem bislang  turbulenten Jahr auf Kurs zu bleiben“, interpretierte der Vorstandschef die vorgelegten Zahlen.

Zudem räumte Kuhlmann auf Nachfrage von ECOreporter.de, dass die S.A.G. vom Preisverfall bei Solarprodukten profitiert hat. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass der massive Absturz bei den Preisen im Spothandel einen falschen eindruck erwecken können. Sein Unternehmen setze auf „Premiumprodukte“, und die seien nicht im Spothandel zu haben, „schon gar nicht in den von uns benötigten Mengen“, stellte Kuhlmann klar. Die S.A.G. sichere sich diese über Langfristverträge mit hohen Volumina, wobei schon eine gewisse Anpassung an die Preise im Markt gebe, doch eben nicht auf dem Spotmarkt-Niveau.

Wie Kuhlmann auf Nachfrage weiter ausführte, erschwert die Finanzkrise weiterhin die Umsetzung von Photovoltaikprojekten. Dazu hatte ECOreporter.de ihn im Juni ausführlich befragt, per Mausklick gelangen Sie zu dem Opens external link in new windowBericht darüber. Viele Banken hätten sich von der Finanzierung solcher Produkte zurückgezogen, die verbliebenen Akteure betrieben einen deutlich höheren Prüfungsaufwand als vor der Finanzkrise. „Man bekommt nur noch erstklassige Projekte finanziert, und diese Qualität muss man mit mehr Aufwand dezidiert nachweisen“, so der Chef des Solarunternehmens.

Auch vor diesem Hintergrund hält es Kuhlmann für unwahrscheinlich, dass es zu einer deutlich größeren Reduzierung der Vergütung von Solarstrom kommt als im neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom 1.1. 2009 vorgesehen. Die darin festgeschriebene Reduktion von acht bis zehn Prozent sei weiterhin die Planungsgrundlage der S.A.G. Wenn die neue Bundesregierung die Vergütung noch stärker beschneide, würden sich laut Kuhlmann Investitionen in deutsche Solarparks nicht mehr lohnen. Schon heute sei die Rentabilität von Projekten in Südeuropa, etwa in Italien, deutlich höher als in Deutschland. Der Vorstandschef glaubt nicht, dass es politisch durchsetzbar ist, die weltweit führende deutsche Solartechnologie mit einer übermäßigen Kürzung der Solarvergütung „aufs Spiel zu setzen“. Zumal ein starker Beitrag der Photovoltaik erforderlich sei, um die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 zu erreichen.

Kuhlmann strich zudem heraus, dass sein Unternehmen schon heute die Hälfte des Geschäfts im Ausland tätigt. „Dieser Anteil wird in Zukunft noch wachsen“, sagte er. Neben Märkten wie Italien, Spanien und Tschechien setze die S.A. G. dabei 2010 insbesondere auf den französischen Solarmarkt. Der Vorstandschef verwies darauf, dass dort insbesondere für Aufdachanlagen die Vergütung deutlich verbessert worden ist. Sein Unternehmen habe für Frankreich ein Konzept für dachintegrierte Anlagen entwickelt, das vor allem für den Agrarsektor interessant sei.

In Frankreich wurde der Fördertarif für Solarstrom aus Freiland- und Dachanlagen in diesem Jahr fast verdoppelt, die Einspeise-Vergütung für Strom aus gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen auf 550 Euro pro Megawattstunde (MWh) erhöht. Nach der Prognose des europäischen Branchenverbandes EPIA soll sich die französische Photovoltaik-Leistung von rund 105 MW in 2008 bis 2013 auf bis zu 4.300 MW vervielfachen.

S.A.G. Solarstrom AG: WKN 702 100 / ISIN DE0007021008
Bildhinweis: Aufdachprojekt der S.A.G. / Quelle: Unternehmen
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