03.07.09 Anleihen / AIF

Spare Energie, nicht Bildung: Solar&Spar an Schulen




Bürgerkapital für Photovoltaikanlagen mit 20 bis 50 Kilowatt (peak) Leistung, in für Lampen mit gutem, flackerfreiem Lichtfür in optimierte Heizungen, für sanierte Lüftungstechnik und Wassersparmaßnahmen: Das hört sich alles so an, als wäre es gemeinnützig. Ist es auch. Aber es bringt auch Anlegern eine Rendite von etwa sechs Prozent. Initiator Kurt Berlo vom Wuppertal Institut erläutert: “Öffentliche Gebäude sind vielfach wahre „Energiefresser“. Die Gebäude stammten häufig aus den 70er Jahren, seien  schlecht isoliert und technisch überholungsbedürftig. Notwendige Modernisierungs- und Erhaltungsinvestition unterblieben in vielen Städten und Gemeinden aufgrund chronisch klammer Kassen, so Berlo.

An vier nordrhein-westfälischen Schulen löste sein Bürger-Contracting-Modell die Finanzierungsprobleme. In je einer Schule in Engelskirchen, Emmerich, Gelsenkirchen und Köln wurden für insgesamt über drei Mio. Euro die Haustechnik erneuert und Solaranlagen eingebaut. Umgesetzt wurden die Maßnahmen im Rahmen der „100.000 Watt-Solar-Initiative“ des Landes NRW. Grundidee der "100.000 Watt-Solar-Initiative" ist es, an ausgesuchten nordrhein-westfälischen Schulen pro Schüler 50 Watt solare Stromerzeugung zu installieren und 50 Watt an Beleuchtungsleistung einzusparen. Macht pro Schüler insgesamt 100 Watt an herkömmlicher Stromerzeugung überflüssig – gut für das Klima. Bei Schulen mit ca. 1.000 Schülerinnen und Schülern sollte so pro Schule ein „100.000 Watt-Solar-Einsparkraftwerk“ entstehen. „Tatsächlich waren die Einsparungen pro Schüler und Schule jedoch wesentlich höher, da in allen Schulen zusätzliche Einsparpotenziale erschlossen wurden, “, so Berlo.

Der Grundgedanke dahinter beruht auf dem Modell „Contracting“. Das ist ein Dienstleistungskonzept: Der „Contractor“ liefert z. B. Wärme und Licht und finanziert seine Leistungen wie Planung, Ausführung, Investition, Betrieb aus den eingesparten Energie- und Stromkosten.

Also hat die jeweilige Solar&Spar-Contract-Gesellschaft mit der Schule einen Vertrag geschlossen, aufgrund dessen Solar&Spar die Solaranlage und andere technische Maßnahmen bezahlt. Die Kommune überweist die eingesparten Energie- und Wasserkosten an die Solar&Spar Contract GmbH & Co. KG. Die Schule und die Kommune werden am Einsparerfolg beteiligt. Am Ende der Vertragslaufzeit geht das Eigentum an den Solar- und Spar-Anlagen auf die Kommune über.

Die Solaranlagen an den vier Schulen produzieren jährlich mehr als 120.000 kWh Strom. Gleichzeitig sank der Stromverbrauch der Schulen durch die Sanierungsmaßnahmen um fast zwei Mio. kWh, also um etwa 50%. Die für Wärme benötigte Energie wurde um 20 bis 30% reduziert. Insgesamt sparen die Schulen jedes Jahr nun 500.000 Euro netto an Energiekosten ein!

Und die Anleger kommen bei zwei Projekten etwa auf 6% Rendite, bei zwei weiteren sogar auf mehr: Bei einem Projekt in Emmerich lagen die von Solar&Spar  erzielten Einnahmen durch Energieeinsparungen alleine um rund 84.000 Euro über dem vorausgesagten Ergebnis. Sparen an der Schule lohnt also – wenn es um Energie geht und nicht um Bildung.

Interessenten, die das Solar&Sparmodell übernehmen wollen, können sich an das Wuppertal-Institut wenden. Es gibt Hilfestellungen und stellt Unterlagen zur Verfügung. Kontakt: Opens window for sending emailkurt.berlo@wupperinst.org (Link entfernt)

Bildhinweis: Kurt Berlo
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