Viele Eltern wollen für die Ausbildung ihrer Kinder etwas zurücklegen. Und das klappt auch mit nachhaltigen Anlageprodukten. / Foto: Pixabay

18.08.17 Musterdepots

Sparen für die Ausbildung der Kinder

Ein Ehepaar möchte Geld für die Ausbildung der Tochter sparen. Wie das geht, verrät Frank Strippel, selbstständiger Finanzplaner.

Die Aufgabe:

Die Eheleute Findig haben 20.000 Euro auf einem Festgeldkonto, das nun fällig wird. Das Geld möchten sie für ein späteres Studium der soeben eingeschulten Tochter nachhaltig anlegen.

Der Experte:

Frank Strippel berät seit über 20 Jahre institutionelle und private Kunden bei ihrer Geldanlage, seit acht Jahren ist er als selbständiger Plansecur-Berater aktiv (www.f-strippel.plansecur.de). Er war wiederholt als Top-Berater beim Wettbewerb zum Finanzberater des Jahres platziert. Der 47-jährige ist diplomierter Wirtschaftsmathematiker sowie zertifizierter Fachberater für Finanzdienstleistungen. Frank Strippel ist geprüfter ECOanlageberater.

Die Empfehlung von Frank Strippel:

Die Eheleute Findig streben eine Anlagedauer von mindestens zwölf Jahren an.  Dieser Zeithorizont erlaubt auch den Einsatz von Anlageklassen mit erhöhter Wertschwankung. Die Anlagesumme von 20.000 Euro sollte breit gestreut in Investmentfonds angelegt werden: Um durch diese Streuung die Risiken zu verringern und weil es sich bei Fondsanteilen um so genanntes „Sondervermögen“ handelt. Dieser Statuts garantiert, dass die Beteiligung bei einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft geschützt ist.

Für die breite Streuung empfehle ich unterschiedliche Anlageklassen: Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe, alternative – und Themeninvestments. Wenn die Eheleute Findig hier einen Schwerpunkt mit Sachwertcharakter (z.B. Aktien) legen, begegnen sie einer mittelfristig vorhandenen Tendenz zur Geldentwertung (Inflation). Wesentlich ist hierbei eine möglichst weltweite Streuung sowie auf eine möglichst hohe Flexibilität der Fondsbeteiligungen.

Geschlossene Beteiligungen kommen aufgrund der relativ geringen Anlagesumme nicht in Frage.

Daher empfehle ich folgende, anfängliche Portfolioaufteilung:

•    65 % vermögensverwaltende Mischfonds
•    25 % Aktienfonds
•    10 % Mikrofinanzen


Der Vorschlag für die Umsetzung:

Bei der Produktauswahl ist für den Anleger u.a. entscheidend, dass die Anbieter eine nachvollziehbare Nachhaltigkeitsstrategie vorweisen, darüber transparent kommunizieren und dass ein solider ökonomischer Erfolg zu erwarten ist. Die folgenden Investmentfonds erfüllen diese Voraussetzungen:

5.000 Euro Acatis Fair Value Modulor (A0LHCM) 
Der flexible Mischfonds investiert weltweit in verschiedene Anlageklassen. Die ausgewählten Unternehmen schonen die Ressourcen der Welt, minimieren Risiken für Umwelt und Gesellschaft und respektieren ethische Grundsätze. Der Fonds verwendet verschiedene Ausschlusskriterien sowie ein Negativ- und Positiv-Scoring.

4.000 Euro Sarasin Sustainable Portfolio Balanced (973502) 
Der ausgewogene Mischfonds investiert weltweit in Aktien und Anleihen, deren Emittenten einen Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise leisten. Der Fonds verwendet verschiedene Ausschlusskriterien sowie einen Best-of-class-Ansatz.

2.000 Euro Prime Values Income (986054) 
Der defensive Mischfonds investiert weltweit in Aktien und Anleihen, deren Emittenten hohe ethische Grundprinzipien verfolgen und ökologisches Verantwortungsbewusstsein zeigen. Der Fonds verwendet verschiedene Positiv- und Negativkriterien.

2.000 Euro MEAG Fair Return (A0RFJ2) 
Der defensive Mischfonds investiert europaweit in Aktien und Anleihen, deren Emittenten nachhaltig wirtschaften. Der Fonds verwendet verschiedene Ausschlusskriterien sowie einen Best-in-class-Ansatz.

5.000 Euro Ökoworld Ökovision Classic (A1C7C2) 
Der Aktienfonds investiert weltweit in Unternehmen, die unter ethischen und ökologischen Kriterien führend sind. Der Fonds verwendet verschiedene Positiv- und Negativkriterien.

2.000 Euro Invest in Visions Mikrofinanzfonds (A1H44T) 
Der Fonds ermöglicht es, Darlehen an nachhaltig ausgerichtete Mikrofinanzinstitute zu vergeben. Diese wiederum stellen diese Mittel solchen Menschen (in Schwellenländern) zur Verfügung, die i.d.R. keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Ziel ist eine attraktive Rendite bei weitgehender Unabhängigkeit von globalen Markttrends.

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