14.12.09 Fonds / ETF

„Spekulativ mit Auffangnetz“ – Interview mit Fondsmanager Roland Hotz, zum Konzept des Wandelanleihenfonds Fisch CB Sustainable Fund

Der Mitte des Jahres neu aufgelegte Rentenfonds der Züricher Fisch Asset Management "Fisch CB Sustainable Fund“ investiert weltweit in Wandelanleihen. Im Interview mit ECOreporter.de erklärt Roland Hotz, Fondsmanager des Fisch CB Sustainable Fund, das Konzept des Fonds und die besonderen Chancen, die das Instrument der Wandelanleihe aus seiner Sicht bietet.


ECOreporter.de: Herr Hotz, Sie haben mit dem Fisch CB Sustainable Fund einen nachhaltigen Rentenfonds aufgelegt, der in Wandelanleihen investiert. Würden Sie unseren Lesern erklären, was genau eine Wandelanleihe ist und wo die besondere Attraktivität dieser Wertpapiergattung für Sie als Fondsmanager liegt?
Roland Hotz: Wandelanleihen sind eine Kombination aus einer festverzinslichen Anleihe (Obligation) und einem Wandlungsrecht (Option). Investoren können nach ihrer Wahl die Anleihe jederzeit in eine vorher festgelegte Anzahl Aktien tauschen. Damit besitzt das Papier einen hybriden Charakter.

Für den Anleger ist es besonders attraktiv, da er mit der Wandelanleihe eine Option auf eine gute Aktienentwicklung und durch die feste Rückzahlung ein Auffangnetz besitzt. Im Falle steigender Aktien beschleunigt sich die Aufwärtsbeteiligung und bei fallenden Aktienkursen nimmt die Abwärtsbeteiligung immer mehr ab. Mit einer klassischen Wandelanleihe macht man zirka zwei Drittel der Aufwärtsbewegung und ein Drittel der Abwärtsbewegung der unterliegenden Aktie mit.


ECOreporter.de: Sind damit die in einer Pressemeldung zur Auflage des Fonds genannten „natürlichen“ asymmetrischen Eigenschaften von Wandelanleihen“ gemeint?
Hotz: Genau diese 1/3 Abwärts- und 2/3 Aufwärtsbeteiligung nennt man asymmetrisches Kursverhalten und das gehört zu den Hauptmerkmalen der Wandelanleihen. Aufgrund der eingebetteten Wandeloption profitiert der Käufer bei steigenden Aktienkursen mehr als er bei fallenden Kursen verliert. Da nicht gewandelt werden muss, behält man bei schlechter Börsenlage die Anleihe und hat damit eine garantierte Rückzahlung. Man spricht auch von einem effizienten Kapitalschutz.


ECOreporter.de: Das Nachhaltigkeitsresearch für den Fisch CB Sustainable Fund beziehen Sie von der Bank Sarasin. Weshalb haben Sie sich für das Schweizer Bankhaus entschieden und nicht für einen anderen Anbieter?
Hotz: Mit der Bank Sarasin können wir auf ein renommiertes Nachhaltigkeitsresearch zurückgreifen. Die Bank Sarasin verfügt über eine lange Erfahrung und ist seit 1989 einer der Marktführer im Bereich nachhaltiger Geldanlagen.


ECOreporter.de: Sind es in jedem Fall große, börsennotierte Aktiengesellschaften, die Wandelanleihen emittieren?
Hotz: Nein, das Spektrum der Emittenten reicht von kleinen Start-up Firmen bis hin zu den ganz großen Blue Chip Unternehmen. Oft werden auch sogenannte Umtauschanleihen aufgelegt, bei denen der emittierende Schuldner nicht identisch ist mit der Aktie, in die gewandelt werden kann. Typisches Beispiel hierfür sind die KfW-Anleihen, die in Aktien der Deutschen Post oder der Deutschen Telekom getauscht werden können.


ECOreporter.de: Welche fünf Emittenten sind im aktuellen Portfolio des Fonds am stärksten vertreten?
Hotz: Das sind die KfW (wandelbar in Deutsche Post und Deutsche Telekom; 5,5 Prozent), die Swiss RE (4,3 Prozent), Medtronic (4,3 Prozent), Amgen (3,2 Prozent) und Qiagen (3,1 Prozent).


ECOreporter.de: Würden Sie uns die drei größten Emittenten jeweils kurz vorstellen?
Hotz: Die KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau ist mit einem Rating von AAA ein erstklassiger Emittent. Die Swiss Re bringt ein Rating von A-, das Unternehmen ist einer der weltweit größten Rückversicherer. Bei Medtronic handelt es sich um ein US-amerikanisches Medizinaltechnikunternehmen, das Rating liegt bei A+. Medtronic ist schwerpunktmäßig im Bereich der Herzmedizin tätig.


ECOreporter.de: Wie ist die regionale Verteilung der Investments im aktuellen Fondsportfolio?
Hotz: Zum Stichtag 30. November waren 55 Prozent der Mittel des Fonds in Europa investiert. 30 Prozent in Nordamerika, und je sechs Prozent in Asien und Japan. Die Barmittel lagen bei drei Prozent.


ECOreporter.de: Welche Branchen sind im Portfolio des Fonds am stärksten vertreten?
Hotz: Zum Stichtag 30. November war 29,3 Prozent des Vermögens in der Finanzbranche angelegt, 20 Prozent entfiel auf Industriewerte, 15,7 Prozent auf den Gesundheitssektor, 12,8 Prozent auf Konsumgüter und 10,3 Prozent auf die Informationstechnik.


ECOreporter.de: Laut Ihren Angaben wird beim Kauf von Anteilen des Fonds ein Ausgabeaufschlag zwischen null und drei Prozent fällig. Wovon hängt es denn ab, ob ein Anleger den Aufschlag zahlt oder nicht?
Hotz: Dieser Ausgabeaufschlag wird nicht von uns, sondern von der Bank oder dem Vermögensverwalter des Kunden erhoben. Es hängt also von der Bank ab, bei der ein Investor Fondsanteile erwirbt.

ECOreporter.de: Herr Hotz, wir danken Ihnen für das Gespräch!



Fondsangaben:

Name:    Fisch CB Sustainable Fund HAE
Währung:    EUR
Mindesteinlage:    2.500 EUR
Lancierungsdatum:    18.05.2009
Handel:    Täglich
Managementgebühr:    1,50 % p.a.
Ausgabeaufschlag:    0,00 – 3,00 %
ISIN:    LU0428953425
Vertriebszulassung:    D, LU erteilt CH, A beantragt
Rechtsform:    Luxemburger Fonds (FCP gem. UCITS III)
Registriert:    LU
Manager 1:    Roland Hotz
Manager 2:    Dr. Klaus Göggelmann


Name:    Fisch CB Sustainable Fund HA
Währung:    CHF
Mindesteinlage:    2.500 CHF
Lancierungsdatum:    18.05.2009
Handel:    Täglich
Managementgebühr:    1,50 % p.a.
Ausgabeaufschlag:    0,00 – 3,00 %
ISIN:    LU0428953342
Vertriebszulassung:    D, LU erteilt CH, A beantragt
Rechtsform:    Luxemburger Fonds (FCP gem. UCITS III)
Registriert:    LU
Manager 1:    Roland Hotz
Manager 2:    Dr. Klaus Göggelmann
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