27.03.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Starke Jahresbilanz der S.A.G. Solarstrom AG - Leser von ECOreporter konnten vom Aufwind der Aktie profitieren

Die S.A.G. Solarstrom AG dürfte zu den Solarunternehmen gehören, die gestärkt aus der Krise der Solarbranche hervorgehen werden. Das stellte Dr. Karl Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender der S.A.G. Solarstrom AG, heute bei der Präsentation der offiziellen Zahlen des Unternehmens aus Freiburg im Breisgau für das Geschäftsjahr 2012 fest. "Es hat sich ausgezahlt, dass wir bereits Ende 2011 auf die sich abzeichnende Krise in der Solarbranche reagiert und unsere Kostenstruktur angepasst haben und gleichzeitig in der Lage waren, unser Installations- und Absatzvolumen zu steigern", so Kuhlmann weiter. Die S.A.G. Solarstrom AG hat laut der offiziellen Bilanz das Installations- und Absatzvolumen von 99,6 Megawatt (MW) in 2011 auf 116,9 MW erhöht.

Das Solarunternehmen steigerte den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahr von 3,8 auf 8,9 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn kletterte von 6,3 auf 6,7 Millionen Euro. Das Konzernjahresergebnis belief sich auf 1,1 Millionen Euro. Allerdings schrumpfte der Umsatz von 261,8 auf 188,6 Millionen Euro. Dies erklärte der Vorstandschef mit dem Preisverfall bei Solarsystemen. Er geht davon aus, dass der Preisverfall in diesem Jahr deutlich an Dynamik verlieren wird. Eine "gewisse Bodenbildung" sei absehbar und er rechne für die kommenden Jahre nicht mehr mit so starken Preisrückgängen wie zuletzt.

In 2012 hat die S.A.G. Solarstrom AG knapp 70 Prozent des Umsatzes im deutschen Solarmarkt erwirtschaftet. Im wichtigsten Geschäftsbereich Projektierung und Anlagenbau, der 137,7 Millionen Euro zum Gesamtumsatz beisteuerte, habe man aufgrund von Risikogesichtspunkten Projektvolumina aus südeuropäischen Ländern zurück nach Deutschland verlagert, erklärte Kuhlmann hierzu. Das Unternehmen sei durchaus in der Lage gewesen, im südlichen Europa Solarprojekte im mindestens gleichen Umfang wie in Deutschland umzusetzen. Aber weder in Italien noch in Spanien und schon gar nicht in Griechenland sei es derzeit möglich, größere Photovotaikprojekte finanziert zu bekommen. Als weiter aussichtsreiche Auslandsmärkten für die S.A.G. nannte Kuhlmann Frankreich und Großbritannien. In Deutschland werde sein Unternehmen in diesem Jahr gewiss deutlich unter 70 Prozent des Umsatzes erlösen. Im Geschäftsbereich Projektierung und Anlagenbau hat die S.A.G. Solarstrom AG das EBIT von 2,4 Millionen Euro im Vorjahr auf 5,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Sehr gut entwickelte sich den Angaben zufolge auch der Geschäftsbereich Anlagenbetrieb und Services. Laut dem Solarunternehmen stieg der Umsatz hier um knapp 26 Prozent auf 18,7 Millionen Euro, das EBIT wuchs um 50 Prozent auf 3,2 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich profitiere vom weiterhin hohen Zubau an Photovoltaik-Anlagen und der damit verbundenen Nachfrage nach Überwachungs- und Prognosedienstleistungen sowie von der Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen. Das Servicegeschäft wachse „fast unberührt von den Branchenturbulenzen stetig und profitabel“, erläuterte Kuhlmann.

Dagegen blieb der Geschäftsbereich Partnervertrieb das Sorgenkind des Unternehmens. Dieser sei weiterhin vom hohen Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck im deutschen Markt belastet, wo der überwiegende Teil der Vertriebspartner der S.A.G. Solarstrom AG tätig sei, hieß es dazu. Der Umsatz dieses Geschäftsbereich sei aufgrund der am Markt deutlich gesunkenen Komponenten- und Systempreise um 37 Prozent auf 25,3 Millionen Euro eingebrochen. Den EBIT-Verlust habe man verringern können, von minus zwei auf minus 1,2 Millionen Euro. Kuhlmann stellte klar, dass dieser Geschäftsbereich in absehbarer Zeit wieder profitable werden müsse. Eine Entscheidung über die Zukunft dieses Geschäftsbereiches werde wohl innerhalb dieses Jahres fallen.

Kritisch bewertete der Vorstandsvorsitzende der S.A.G. Solarstrom AG auf Nachfrage das Bemühen, in der EU Strafzölle auf Solarkomponenten aus China zu erheben. Das könne sich als "Eigentor" der Solarhersteller erweisen, die sich davon einen Ausgleich der unfairen Wettbewerbsbedingungen versprechen. Laut seinen Gesprächen mit Marktakteueren aus China befürchten diese laut Kuhlmann, dass die EU Strafzölle von bis zu 30 Prozent auf chinesische Solarprodukte aufschlägt. Dann aber werde es sich für die chinesischen Hersteller, die mehr als zwei Drittel der weltweiten Produktion abedecken, nicht mehr lohnen, Europa zu beliefern. Mit gravierenden Auswirkungen auf die zahlreichen kleineren Unternehmen der deutschen Solarbranche, die einen Lieferstopp aus China nicht auffangen könnten. Für die S.A.G. Solarstrom AG sei er angesichts der guten langjährigen Beziehungen zu Lieferanten zwar zuversichtlich, dass sein Unternehmen nicht unter einem solchen Engpass bei der Versorgung mit Solarmodulen leiden werde. Ganz könne er dies aber nicht ausschließen.


Wie im Vorjahr wollen Vorstand und Aufsichtsrat der S.A.G. Solarstrom AG der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 12,5 Eurocent vorschlagen.

Die Aktie des Solarunternehmens legte am Morgen in Frankfurt weiter zu. Mit 2,9 Euro notierte sie um 11 Uhr um 38 Prozent über dem Vorjahreswert. Vor zwei Wochen berichteten wir über eine Kaufempfehlung für die Aktie. Damals notiert das Wertpapier bei 2,6 Euro. Götz Fischbeck, Analyst beim Bankhaus Lampe, sagte damals eine positive Jahresbilanz der S.A.G. Solarstrom AG voraus und nannte 3,6 Euro als Kursziel für die nächsten sechs Monate. Per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu dem Aktientipp.

S.A.G. Solarstrom AG: ISIN DE0007021008 / WKN 702100
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x