31.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Starke Quartalszahlen von First Solar - warum die Aktie dennoch unter Druck geriet

Obwohl die US-amerikanische First Solar starke Geschäftszahlen für das 2. Quartal veröffentlicht hat, ist der Aktienkurs der Produzentin von Dünnschichtmodulen stark unter Druck geraten. Das Unternehmen aus Tempe im Bundesstaat Arizona hat nach eigenen Angaben den Quartalsgewinn auf 180,6 Millionen Dollar oder 2,11 Dollar je Aktie mehr als verdoppelt. Im Vorjahreszeitraum hatte der Nettogewinn 69,7 Millionen Dollar oder 0,85 Dollar je Aktie betragen. Den Zuwachs erklärte First Solar mit der starken Nachfrage für ihre besonders kostengünstigen Solarmodule. Dünnschichtmodule sind zwar nicht so effizient, aber deutlich kostengünstiger als herkömmliche Solarmodule. Der Umsatz des Solarunternehmens ist im 2. Quartal von 267 Millionen auf 529,9 Millionen Dollar gestiegen.

Damit trotzte First Solar dem generellen Negativtrend für Photovoltaikunternehmen im 2. Quartal. Das Unternehmen profitierte nach eigenen Angaben unter anderem von dem Produktionsausbau, der am Standort in Malaysia gelang. Je Watt habe man die Produktionskosten um 6 auf 87 Dollarcents reduziert. Die Marge wurde auf 56,7 Prozent verbessert.
Die guten Zahlen konnten jedoch die Aktie von First Solar nicht beflügeln, da Firmenchef Michael Ahearn in einer Konferenz zu den Quartalszahlen ankündigte, in Deutschland den Kunden Rabatte zu gewähren.

Zur Begründung verwies der CEO auf die „aggressive Preispolitik“, mit der asiatische Anbieter von Silizium-Solarmodulen auf den weltweit größten Solarmarkt drängen. Bislang hatten die Amerikaner einen großen Preisvorteil gegenüber selbst den preisgünstigsten Anbietern herkömmlicher und damit leistungsstärkerer Module gehabt. Doch der Preis für Silizium, den Rohstoff für die Produktion dieser Module, ist massiv eingebrochen. Vor nicht einmal zwei Jahren kostete das Kilo im Spot-Handel noch rund 300 Dollar, zuletzt wurde es mit unter 70 Dollar gehandelt. Hinzu kommt, dass insbesondere chinesische Modulbauer unter Überkapazitäten leiden und um fast jeden Preis ihre Produkte auf den Markt werfen. Niedrige Preise erhöhen aber vor allem die Chancen, sich auf dem deutschen Solarmarkt zu etablieren.

Offenbar ist es nun soweit, dass selbst First Solar unter dieser Konkurrenz leidet. Ahearn räumte auf der Konkurrenz ein, dass deutsche Kunden des Unternehmens bereits Bestellungen verzögern, weil sie die weitere Preisentwicklung abwarten wollen. Darauf reagiere man mit dem angekündigten Rabatt-Programm. Der CEO der Produzentin von Dünnschichtmodulen rechnet damit, dass im 2. Halbjahr auf Einnahmen in Höhe von 40 bis 60 Millionen Dollar verzichtet werden muss, um deutsche Kunden bei der Stange zu halten oder zu gewinnen. Finanzchef Jens Meyerhoff kündigte eine sinkende Marge an.

Insgesamt werden sich die Marktbedingungen für die Photovoltaik im 2. Halbjahr aber verbessern, so Ahearn auf der Konferenz. Er bekräftigte die Umsatzprognose von 1,9 Milliarden bis 2 Milliarden Dollar, 2008 hatte First Solar einen Umsatz von 1,25 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

In Frankfurt verlor die Aktie am Vormittag über drei Prozent auf 118,33 Euro.

First Solar Inc.: WKN A0LEKM / ISIN US3364331070
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