Der nachhaltige Aktienfonds des Monats Januar investiert in Wasseraktien, unter anderem in Wasserversorger. Im Bild ein Stauwerk von EDP. / Quelle: Unternehmen

10.02.16 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Starke Wertverluste der nachhaltigen Aktienfonds im Januar

Im Januar haben alle nachhaltigen Aktienfonds auf dem deutschen Markt an Wert verloren. Keiner konnte sich gegen den Negativtrend an den Börsen stemmen. Mehrere Faktoren setzten die Kurse im ersten Monat des neuen Jahres stark unter Druck. Dazu zählen Skepsis über die weitere konjunkturelle Entwicklung in China, das in den vergangenen Jahren ein wichtiger Motor der Weltwirtschaft war und nun an Wachstumstempo zu verlieren droht, und der starke Verfall des Ölpreises. Viele Börsianer interpretieren schwache Ölpreise als Krisensymptom der Weltwirtschaft. So überrascht es nicht, dass nachhaltige Aktienfonds, die breit investieren, im Januar eher stärker an Wert verloren und viele eng thematisch ausgerichtete Fonds dieser Kategorie weniger schlecht abgeschnitten haben. Immerhin verzeichneten die wenigsten nachhaltigen Aktienfonds auf dem deutschen Markt im Januar zweistellige Wertverluste. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor.

EinThemenfonds der Bank J. Safra Sarasin aus Basel liegt an der Spitze der aktuellen Monatsauswertung. Fonds des Monats Januar wurde der JSS Sustainable Water Fund. Dieser Themenfonds der Bank J. Safra Sarasin investiert mindestens zwei Drittel des Vermögens in Wasseraktien. Das sind laut dem Anbieter Anteilsscheine von Unternehmen, die besonders nachhaltig mit Wasser umgehen. Mit dieser Anlagestrategie hat der JSS Sustainable Water Fund auf Jahressicht 2,6 Prozent an Wert gewonnen, trotz eines Wertverlustes von fast vier Prozent im Januar. Bei ihm fallen pro Jahr Gesamtkosten von 2,33 Prozent an, davon 2,0 Prozent Managementgebühr.

Zu den größten Positionen des JSS Sustainable Water Fund gehören etwa Versorger wie American Water Works und Aqua America sowie die beiden französischen Unternehmen Suez Environnement und Veolia Environnement, die beide neben der Wasserversorgung auch Abwasserentsorgung betreiben. Wie beim Monatssieger analysiert das Nachhaltigkeitsresearch der Bank J. Safra Sarasin die Unternehmen. Kommen sie aus problematischen Bereichen wie etwa dem Bergbau, müssen sie erhöhte Ansprüche an Nachhaltigkeit erfüllen (Best-of-Class-Ansatz). Für nachhaltige Fonds von J. Safra Sarasin sind Wertpapiere von Firmen tabu, die mehr als fünf Prozent des Umsatzes mit Atomkraft, Rüstungsgüter, Chlor- und Agrochemikalien erwirtschaften.

Die zehn besten nachhaltigen Aktienfonds im Januar

* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.


ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2014 belief sich das Volumen der 261 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 37,6 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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