Ein Blick in die Produktion von Windkraftrotoren bei Nordex. / Quelle: Unternehmen

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Starke Zahlen – Kaufempfehlung für Aktie von Nordex

Der Hamburger Windradhersteller Nordex ist im ersten Halbjahr 2013 dank eines Umsatzsprungs in die Gewinnzone zurückgekehrt. Zudem setzte die Führungsspitze die Gesamtjahresprognose herauf. Der Nordex-Aktie verschaffte diese Positivmeldung deutlichen Rückenwind sie legte bis 10:26 Uhr im Xetra der Deutschen Börse 11,3 Prozent zu und durchbrach die Acht-Euro-Marke deutlich mit 8,38 Euro. Damit war sie 36 Prozent teurer als vor einem Monat. Auf Jahressicht lag sie damit 142 Prozent im Plus.

Dank deutlich optimierter Produktion und guter Geschäfte in Europa steigerte Nordex den Halbjahresumsatz 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 57 Prozent auf 661 Millionen Euro. In der ersten Jahreshälfte 2012 hatte Nordex noch 421 Millionen Euro Umsatz verbucht. 93 Prozent dieses Umsatzes sei in Europa erzielt worden, während Asien und die USA als Märkte für die Hamburger in den Hintergrund getreten seien, hieß es dazu. Die Unternehmensführung hatte in der jüngeren Vergangenheit darauf hingewiesen, dass speziell der US-Markt für Windradhersteller erhöhte Unsicherheiten birgt, weil wichtige Förderinstrumente wie Steuernachlässe für Windradbetreiber im Zentrum politischer Debatten stehen und zuletzt immer nur für eine sehr begrenzte Zeit verlängert wurden.

Im Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) gelang die Rückkehr in die schwarzen Zahlen: Für die Zeit zwischen Januar und Juni 2013 weist Nordex 15 Millionen Euro Ertrag aus. Im Vorjahreszeitraum waren hier noch 13,1 Millionen Euro Verlust zu Buche geschlagen. Diese Entwicklung sei auch ein Ergebnis der Sparmaßnahmen, so Nordex dazu. Positiv hierbei auch: Die daraus resultierenden eimaligen Kosten waren dem Vorstand zufolge bereits in der Bilanz für das Gesamtjahr 2012 berücksichtigt.  Unterm Strich erwirtschafteten die Hamburger in der ersten Jahreshälfte 1,3 Millionen Euro Konzernüberschuss nach Steuern. In der Vorjahreshälfte war 23,3 Millionen Euro Verlust auf Konzernebene angefallen.  Die erhöhte Effizienz sorgte auch dafür, dass Nordex deutlich mehr Windräder aufstellte. 521 Megawatt (MW) neu installierte Leistungskapazität stehen in der aktuellen Bilanz 285,7 MW für den Vergleichszeitraum 2012 gegenüber.

Auch die Finanzlage verbesserte sich: Die Eigenkapitalquote kletterte von 26,2 auf 28,4 Prozent und das Working Capital – die Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten verbesserte sich um 33 Prozent auf 124,9 Millionen Euro. Die Working-Capital-Quote reduzierte sich entsprechend auf 9,5 Prozent nach 21,4 Prozent im Vergleichszeitraum 2012. Die flüssigen Mittel betrugen 174,7 Millionen Euro und die Netto-Verschuldung lag bei 18  Millionen Euro.

Das Neugeschäft bezeichnete der Nordex-Vorstand als „weiterhin schwungvoll“: In den ersten sechs Monaten 2013 erhielt Nordex Aufträge im Wert von 839 Millionen Euro. Das ist 61 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2012 und ein neuer Rekord, wie die Unternehmensführung betonte. In der ersten Jahreshälfte des Vorjahres verbuchte der Windradhersteller 521,8 Millionen Euro an neuen Bestellungen. Auch hier seien wesentliche Vertriebserfolge im Euroraum eine tragende Säule des Erfolges.

Als Konsequenz aus der Geschäftsentwicklung erhöhte der Vorstand die Erwartungen für das Gesamtjahr 2013.  Für 2013 geht das Management jetzt davon aus 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro Umsatz zu erzielen. Auch der Auftragseingang soll sich in diesem Rahmen bewegen. Bislang war für beide Bilanzpositionen 1,2 bis  1,3 Milliarden Euro prognostiziert gewesen. Das Ziel für die EBIT-Marge hat Nordex auf 2,5 bis 3,5 Prozent nach oben angepasst. Bisher hatte der Vorstand mit  2,0 bis 3,0 Prozent gerechnet. Zum Vergleich 2012 erzielte Nordex 1,1 Milliarden Euro Umsatz und verbuchte eine negative EBIT-Marge von minus 5,5 Prozent.

Begeistert äußert sich Sven Diemeier, Analyst der WGZ-Bank, zu der aktuellen Zwischenbilanz von Nordex. Der Windturbinenbauer habe "ein sehr starkes Zahlenwerk vorgelegt, das deutlich über unseren Erwartungen lag", so Diemeier. Der Bestand an festen Aufträgen (30.06.2013: 1,30 Milliarden Euro) liege auf Rekordniveau und sichere nach seiner Einschätzung bereits auch eine starke Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2014 ab. Der Experte hat sein Kursziel für die Nordex-Aktie stark angehoben, von 5,10 auf 9,60 Euro. Er rät zum Kauf des Anteilscheines. Trotz des bereits deutlichen Kursanstiegs seien die operativen Verbesserungen des Unternehmens noch nicht ausreichend im Kurs eingepreist.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655
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