Türkischer Windpark mit Anlagen von Nordex. Die Türkei zählt im laufenden Jahr zu den wichtigsten Absatzmärkten der Hamburger. / Quelle: Unternehmen

14.11.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Starke Zwischenbilanz beflügelt Aktie der Nordex SE

Mit einem Kickstart in den Handelstag des Xetra hat die Aktie der Nordex SE heute früh für Aufsehen gesorgt. Sie sprang dort nach dem Handelsbeginn binnen weniger Minuten um acht Prozent auf 12,6 Euro. Der Anteilsschein machte damit einen Großteil der Kursverluste wett, die die Pläne von Union und SPD ausgelöst haben, in einer Großen Koalition die deutsche Windkraftförderung zu beschneiden (wir berichteten). Die Nordex-Aktie knüpfte heute wieder an den lang anhaltenden Aufstieg im Jahresverlauf an. Nicht zuletzt weil sich die Anzeichen für eine weltweit wieder stärker steigende Nachfrage für Windräder verdichten, hatten die Anteilsscheine von Windturbinenbauern kräftig an Wert gewonnen. Die Aktie der Hamburger notierte heute um 9:15 Uhr um 276 Prozent im Plus.

Der heutige Kurssprung wurde durch eine starke Zwischenbilanz von Nordex ausgelöst. Der Windkraftanlagenhersteller gab heute früh einen Gewinnsprung für die ersten neun Monate 2013 bekannt. Demnach hat Nordex in den ersten drei Quartalen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 31 Millionen Euro gesteigert. Unter dem Strich betrug der Konzernüberschuss 5,3 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Nettoverlust von 15,6 Millionen Euro angefallen war. Doch seither hat die Unternehmensführung stark auf die Kostenbremse gedrückt, offenbar mit Erfolg. Die Kosten stiegen laut Nordex deutlich weniger als die Produktion. Diese erhöhte sich von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent auf 1.002 Megawatt (MW), das Volumen der Neuinstallationen stieg um 61 Prozent auf 924 MW. Die EBIT-Marge belief sich nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2013 auf 3,0 Prozent nach 0,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal 2013 lag die Marge sogar bei 4,0 Prozent. Hier kletterte das EBIT von 15,4 auf 16 Millionen Euro bei einem Umsatzanstieg von 294,4 Millionen auf Millionen 390,1 Millionen Euro.

Der Umsatz des Unternehmens stieg in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf EUR 1,051 Milliarden Euro. Dazu trugen Serviceleistungen knapp zehn Prozent bei. 91 Prozent dieser Erlöse erzielte Nordex in der Stammregion EMEA (Europa plus Südafrika). In den Regionen Amerika und Asien lag der Geschäftsanteil bei sechs beziehungsweise drei Prozent. Damit haben die Hamburger den Nachfrageeinbruch in den beiden weltweit größten Windmärkten USA und China mehr als kompensieren können. In der Volksrepublik bremsen vor allem Probleme beim Netzanschluss den Windkraftausbau, in den USA wurde das Auslaufen eines wichtigen Förderinstruments für Windkraftinvestitionen erst zum Jahreswechsel verhindert, weshalb der Windkraftausbau in den Vereinigten Staaten über Monate hinweg fast zum Erliegen gekommen war. In den USA hatten die Hamburger in den ersten neun Monaten des Vorjahres noch fast ein Fünftel des Umsatzes erwirtschaftet.

Inzwischen aber verzeichnet Nordex wieder eine stärkere Nachfrage aus China und den Vereinigten Staaten. Das zeigen die Daten für das Neugeschäft in den ersten neun Monaten, das das Unternehmen bekannt gab. Demnach ist der festfinanzierte Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 85 Prozent auf 1,186 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Zuwachs deutlich über dem Branchendurchschnitt. Aufträge aus Amerika machten bei diesen Neubestellungen einen Anteil von zwölf Prozent aus, der aus Asien neun Prozent. Mit 79 Prozent stammte der größte Teil der Projekte aber weiterhin aus der Region EMEA. Als die wichtigsten Einzelmärkte nannte Nordex Deutschland, Südafrika, Schweden und die Türkei. Insgesamt lag der Bestand an festen Aufträgen von Nordex zum 30.9.2013 bei 1,292 Milliarden Euro nach 1,049 Milliarden Euro zum 30.9.2012.

Der Nordex-Vorstand bekräftigte die August erhöhte Prognose für das Gesamtjahr 2013.  Es stellt weiterhin 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht und einen Auftragseingang in ähnlicher Höhe. Zunächst waren für beide Bilanzpositionen 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro angestrebt worden. Das Ziel für die EBIT-Marge hatte Nordex im August auf 2,5 bis 3,5 Prozent angehoben. Zuvor hatte der Vorstand mit  2,0 bis 3,0 Prozent gerechnet. Zum Vergleich 2012 erzielte Nordex 1,1 Milliarden Euro Umsatz und verbuchte eine negative EBIT-Marge von minus 5,5 Prozent.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x