Gondeln für Windturbinen in eine Produktionshalle von Gamesa. / Quelle: Unternehmen

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Starkes Comeback von Gamesa löst Kursfeuerwerk der Windaktie aus

Durch den Ausbau seines Servicegeschäftes und stark verringerte Kosten hat der spanische Windkraftkonzern Gamesa seine Profitabilität deutlich verbessert. Das geht aus der Halbjahresbilanz hervor, die das Unternehmen aus dem Baskenland jetzt vorgelegt hat. Es zählt zu den größten Windradherstellern weltweit. Doch der Preisverfall bei Windturbinen aufgrund von Überkapazitäten im Weltmarkt hatte zuletzt dazu geführt, dass Anlagenhersteller wie Gamesa rote Zahlen schrieben. Die Spanier hatten in 2012 beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Verlust von 631 Millionen Euro erlitten. Das war eine Folge der Belastung durch die Umstrukturierung, die Gamesa aufgrund der erschwerten Marktbedingungen für Windturbinenbauer umsetzen musste. So haben die Spanier fast jede dritte der 30 Fertigungsstätten geschlossen, die sie noch in 2011 betrieben haben. Die Belastungen durch die Maßnahmen zur Umstrukturierung herausgerechnet hatte Gamesa in 2012 mit 0,2 Prozent noch eine knapp positive EBIT-Marge erreicht.

Im ersten Halbjahr 2013 haben die Spanier nun offenbar zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Zwar ist ihr Absatz von Windrädern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 17 Prozent auf eine ausgelieferte Kapazität von 950 Megawatt (MW) geschrumpft. Der Umsatz sank um über 26 Prozent auf 1,116 Milliarden Euro. Aber Das EBIT wurde von 14 auf 66 Millionen Euro vervielfacht. Die EBIT-Marge sprang von 0,9 auf 5,9 Prozent. Einem Nettoverlust von 33 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 steht nun ein Nettogewinn in Höhe von 22 Millionen Euro gegenüber. Und die Nettoverschuldung wurde um knapp 34 Prozent auf 620 Millionen Euro gedrückt.

Wie der Vorstandsvorsitzende von Gamesa, Ignacio Martin, bei der Präsentation der Zahlen erläuterte, hat das Unternehmen seine Kosten im ersten Halbjahr um 22 Prozent verringert. Positiv habe sich auch der Ausbau des margenstarken Servicegeschäftes ausgewirkt. Dieses sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18 Prozent gewachsen und habe nun 16 Prozent zum Halbjahresumsatz beigetragen. Hier liege die Marge bei knapp 13 Prozent. Auch daher sei es gelungen, die für das Gesamtjahr anvisierte Marge von drei bis fünf Prozent im ersten Halbjahr deutlich zu übertreffen. Laut Martin betreut Gamesa derzeit weltweit Windkraftprojekte mit einer Gesamtkapazität von 19.450 MW, mit stark steigender Tendenz. Seit Ende 2012 sei der Auftragsbestand im Servicegeschäft um rund 50 Prozent gewachsen.

Die Spanier wollen im Gesamtjahr Windräder mit einer Gesamtkapazität von mindestens 1.800 MW absetzen. Mit dem Verkauf von 950 MW in den ersten sechs Wochen liegen sie damit voll im Plan. Dies gelang vor allem dank einer starken Nachfrage aus Lateinamerika, wo Gamesa sich frühzeitig in den nun auflebenden neuen Windmärkten positioniert hat. Im ersten Halbjahr hat der Windkraftkonzern in der Region 48 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet, weitaus mehr als in Indien (16 Prozent) und Europa (32 Prozent), dem lange wichtigsten Absatzmarkt von Gamesa. Doch infolge der Euro-Krise ist die Nachfrage vor allem aus dem Heimatmarkt der Spanier stark gesunken. Durch die Stärke in Lateinamerika wirkte sich auch die derzeitige Krise in den beiden größten Windmärkten der Welt, China und den USA, kaum auf Gamesa aus. In China sind schon jetzt weitaus mehr Windräder aufgestellt worden als an die Netze angeschlossen werden können, weshalb der Zubau stagniert. In den USA hat die Unsicherheit über die staatliche Förderung von Windparks vor allem im ersten Quartal die Nachfrage für Windräder ausgebremst. Folglich hat auch Gamesa in den USA nur vier Prozent des Halbjahresumsatzes erlöst, in China gar nur ein Prozent.

Martin geht nach eigenen Angaben davon aus, die Prognose für das Gesamtjahr zu erfüllen. Den Auftragsbestand für Windräder beziffert er mit 1,547 MW. Damit sei die Umsatzprognose schon zur Mitte des Jahres weitgehend mit Aufträgen abgedeckt gewesen. Das Programm zur Kostensenkung werde fortgeführt.

Der Aktienkurs von Gamesa spiegelt die positive Entwicklung des Windkraftkonzerns. Sie hat sich auf Jahressicht um satte 340 Prozent verteuert. Allein heute legte sie bis 10:30 Uhr in Frankfurt knapp elf Prozent auf 5,5 Euro zu.

Gamesa Corp Tecnologica S.A.: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8
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