18.07.12 Erneuerbare Energie

Starkes Wachstum der europäischen Offshore-Windkraft im 1. Halbjahr

Im ersten Halbjahr sind in europäischen Gewässern 132 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 523,2 Megawatt (MW) ans Netz gebracht worden. Das meldet der europäische Windkraftverband, die European Wind Energy Association (EWEA) aus Brüssel. Ihm zufolge ist das gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs um 50 Prozent. Ende Juni habe die Gesamtleistung der 1.503 in europäischen Gewässern betriebenen Windkraftanlagen bei 4.336 MW gelegen, verteilt auf 56 Offshore-Windparks und auf zehn Länder.

Laut Christian Kjaer, Chief Executive Officer (CEO) der EWEA, könnte die europäische Offshore-Windkraft in diesem Jahr ihren Durchbruch erreichen. Es seien bereits weitere 160 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 647,4 GW in europäischen Gewässern errichtet worden. Ob auch sie in diesem Jahr ans Netz gebracht werden können, hänge nur noch von den Wetterbedingungen und den Netzbetreibern ab. Weitere 13 Offshore-Windparks mit 3,763 MW Gesamtleistung würden gegenwärtig errichtet. Wenn auch sie ans Netz angeschlossen würden, erreiche die in europäischen Gewässern erzeugte Windkraftkapazität eine von über 8.000 MW. Das wäre aber nicht einmal ein Zehntel der an Land errichteten Windkraftleistung.

Wie die EWA weiter mitteilt, entfällt der Löwenanteil der europäischen Offshore-Projekte auf Großbritannien. 422 MW der im ersten Halbjahr ans Netz gebrachten 523,2 MW hätten Projekte in britischen Gewässern beigesteuert. Es folgen Belgien mit knapp 74 MW und mit weitem Abstand Deutschland mit 20 MW. Von der insgesamt in europäischen Gewässern installierten und ans Netz gebrachten Windkraftkapazität entfallen knapp 2.700 MW und nur 508 MW auf Deutschland von Dänemark mit 411 MW. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Offshore-Kapazität von rund 10.000 MW erscheint somit trotz der jüngsten Fortschritte zunehmend illusorisch.

Europa liegt bei der Windstromproduktion auf See international weit an der Spitze. Mehr als 99 Prozent der weltweit installierten Offshore-Windkapazität steht in europäischen Gewässern. Erste Anlagen drehen sich vor der Küste Chinas, auch in Japan sollen in diesem Jahr Testanlagen in Betrieb gehen. In den USA ist selbst dies noch nicht absehbar.
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