24.01.13

Steht Japan vor einer Kürzung der Einspeisetarife für Solarstrom?

Kaum sechs Monate nach der Einführung neuer staatlich garantierter fester Einspeisetarife für Sonnenstrom denkt die neue japanische Regierung offenbar darüber nach, die Vergütung drastisch zu senken.

Nach Anganben des Informationsdienstes Bloomberg New Energy Finance hat das japanische Ministerium für Handel, Wirtschaft und Industrie eine Kommission einberufen, die über Kürzungen beraten soll. Hintergrund der Überlegungen seien die deutlich gefallenen Kosten für Technologiekompnenten und Installationen. Vor diesem Hintergrund stehe eine Kappung des Tarifs von derzeit umgerechnet 0,42 Yen (35 Eurocent) auf bis zu 0,35 Yen (29 Eurocent) pro Kilowattstunde. Das entspräche einer Reduzierung um bis zu 16 Prozent.

Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi erklärte, der neue auf 20 Jahre festgeschriebene Einspeisetarif könne sich möglicherweise zwischen 0,35 und 0,39 Yen pro Kilowattstunde bewegen. Das eingesetzte Komitee soll bis April beraten und Vorschläge einreichen.

Im Dezember 2012 war die liberalkonservative Partei LDP in Japan an die Macht zurückgekehrt. Der ehemalige Regierungschef Shinzo Abe war Ende Dezember erneut zum Premierminister gewählt worden. Er hatte umgehend angekündigt, den beschlossenen Atomausstieg Japans nach der Katastrophe von Fukushima wieder rückgängig machen zu wollen.

Die LDP war zwischen 1955 und 2009 beinahe ununterbrochen an der Macht gewesen. Weil sich hochrangige LDP-Politiker in einer Reihe von Skandalen verfingen, wurde die Partei dann abgewählt. Die zwischenzeitlich regierende Demokratische Partei DPJ, wurde von der Wählerschaft unter anderem Versagen beim Krisenmanagement der Atomkatastrophe im Dezember 2011 vorgeworfen.
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