Erneuerbare Energie

Steht Marktprämie für den Grünstrom-Direktverkauf vor dem Ende?

Das sogenannte Marktprämien-Modell soll die Betreiber von Grünstrom-Anlagen dazu animieren, aus dem klassischen EEG-Einspeisetarifsystem auszusteigen und ihre Erzeugnisse stattdessen selbst direkt an den Strombörsen zu verkaufen (wie das funktioniert erfahren Sie Opens external link in new windowhier).

Als das Marktprämienmodell zu Jahresbeginn 2012 in Kraft trat, sollte die Marktprämie Stück für Stück von 1,2 Cent je Kilowattstunde (kWh) in 2013 auf 0,7 Cent je kWh in 2015 gesenkt werden. Die EEG-Novelle senkt den Tarif für 2013 auf 0,65 bis 0,75 Cent je kWh, abhängig davon wie der Strom ins Netz eingeleitet wird. Die Prämie für 2015 liegt dann noch bei 0,3 Cent je kWh (Opens external link in new windowhier finden Sie einen weiteren Beitrag zu den Kürzungsplänen).

Das Marktprämienmodell kam zunächst zögerlich in Gang, wurde dann aber von Betreibern immer besser angenommen: Die für November am Marktprämienmodell gemeldeten Teilnehmer kommen zusammen auf 28.000 Megawatt (MW) oder 28 Gigawatt Leistungskapazität. Das besagen aktuelle Zahlen der vier großen Übertragungsnetzbetreiber. Seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der Grünstrom-Direktvermarkter im Marktprämienmodell damit verdoppelt. Die meisten dieser Direktvermarkter betreiben Windparks. Deren Stromerzeugungskapazität kommt auf 23.400 MW. Solaranlagen folgen weit abgeschlagen mit 1.961 MW vor Biomassekraftwerken mit 1.836 MW.

Mit der Reduzierung der Marktprämie werde die viel diskutierte EEG-Umlage, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland finanziert, um 0,04 Cent je kWh gesenkt, rechnet Task-Force-Leiter Alexander Kox. Viele Grünstrom-Produzenten würden sich nun jedoch wieder vom Marktprämienmodell verabschieden, so Kox weiter. Die Kappung führe dazu, dass allein wirklich große Grünstromproduzenten die Förderung in Anspruch nehmen, weil sie sich nur noch für entsprechend große Stromproduktionskapazitäten rechne.

Das Ziel, kleine und mittelständische Ökostrom-Erzeuger zur Direktvermarktung zu bringen, laufe so ins Leere, warnt der Experte. Dabei habe das System in den wenigen Monaten seit seiner Einführung seine noch gar nicht entfalten können. Überraschend kommt der tiefe Einschnitt für Kox jedoch nicht. Allerdings fordert Kox neue Modelle zur Förderung der Direktvermarktung von Ökostrom. Schließlich sei das derzeitige System mit der Kürzung am Ende, so Kox.
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