Einblick in die Produktion von Schott Solar. Deutsche Solarhersteller leiden unter der schwachen Nachfrage im Heimatmarkt. / Quelle: Unternehmen

22.04.15 Erneuerbare Energie

Steigende Preise für Solarmodule vertiefen Kluft zu den deutschen Solarstromtarifen

Solarmodule werden in diesem Jahr immer teurer. Die kletternden Preise bremsen den deutschen Solarmarkt, denn die festen Einspeisetarife für Solarstrom aus neu ans Netz kommende Anlagen bleiben weiter gering. Sie sinken derzeit jeden Monat um 0,25 Prozent. Wer einen neue Photovoltaikanlage baut, muss also mehr für Module zahlen und kassiert zugleich weniger Einspeisevergütung, wenn er die Anlage neu ans Netz bringt.  Hier  erfahren Sie mehr über die aktuellen deutschen Solarstromtarife.

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar von pvXchange

Der kontinuierliche Preisanstieg für Module aus Nicht-Euro-Ländern, der im März begonnen hat, setzt sich aus heutiger Sicht auch im zweiten Quartal unverändert fort. Nach und nach setzen alle asiatischen Hersteller ihre Modulpreise um ein paar Prozentpunkte hoch, wenn auch zögerlich, denn man weiß um den Effekt. Allein den deutschen Herstellern gelingt es, die Preise in diesem Jahr noch weitgehend stabil zu halten.

Sowie die Temperaturen im Frühling steigen, so wächst üblicherweise auch die Nachfrage nach Solarkomponenten. Das verhält sich in diesem Jahr etwas anders. Aufgrund der anhaltenden Wechselkursschwäche des Euro bewegen sich die Preise bereits seit Ende letzten Jahres kontinuierlich nach oben. Die aktuelle Anhebung des Mindestimportpreises (MIP) für chinesische Produkte um drei Eurocent hat dagegen so gut wie keine Auswirkung auf die aktuellen Preise, wie Vertreter von Modulherstellern und Distributoren kürzlich bestätigten.

Die Schere, die zwischen den sinkenden Vergütungssätzen und den steigenden Preisen immer weiter aufgeht, verhindert das dringend benötigte Anziehen des Marktes merklich. Ein kleiner Bereich der Photovoltaikbranche erfreut sich jedoch steigender Nachfrage, wenn auch die Ursache weniger erfreulich ist: nach dem Ende des Winters und den heftigen Unwettern der letzten Wochen ist der Bedarf an Ersatzmodulen stark gestiegen. Der Austausch von einzelnen defekten Modulen oder ganzen Strängen sorgt bei europäischen Installateuren und spezialisierten Großhändlern für reichlich Arbeit und guten Umsatz.


Hinweise zur Darstellung:

1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt.
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 2 - 3 multiliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).


Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.
Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.
Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.
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