Ohne eine Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes ist der Klimawandel nicht zu stoppen. Um die CO2-Emissionen zu verringern, fordern viele Umweltaktivisten eine Abgabe. Das bedeutet, dass die Verursacher der schädlichen Gase zahlen müssen. / Sascha Bergmann, Fotolia

08.09.17

Stiftung Neue Energie schreibt halbe Million Euro für nationale CO2-Abgabe aus

Eine CO2-Abgabe ist in den Augen vieler Umweltschützer eine Chance, um die Klimaziele in Deutschland zu erreichen. Der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids soll so eingedämmt werden. Nun hat die gemeinnützige Stiftung Neue Energie eine Ausschreibung gestartet. Sie will damit ein Gesetz zur nationalen CO2-Abgabe ankurbeln.

Bewerben können sich Aktivisten, Wissenschaftler, Politikberater und Bürger. Das Budget der Kampagne beträgt 500.000 Euro. "Transparent und fair muss nicht nur der CO2-Preis sein, sondern auch der Wettbewerb der Lobbygruppen im politischen Berlin. Daher sind ab heute alle politisch denkenden und handelnden Organisationen dazu aufgerufen, sich um dieses Budget zu bewerben", teilte die Stiftung Neue Energie mit. Die Bochumer Stiftung wird von der GLS Treuhand verwaltet.

Die Zeit sei reif für die nationale CO2-Abgabe, hieß es weiter. "Politik und Wirtschaft haben erkannt, dass der notwendige Klimaschutz mit einer fairen Lastenverteilung nur dann gelingen kann, wenn wir ein klares Preisschild an jede Tonne CO2 kleben", sagte Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer der Stiftung Neue Energie. "Eingebettet in das europäische Recht, muss die CO2-Abgabe die fehlerhaften Energiesteuern und -abgaben, insbesondere die EEG-Umlage, sukzessiv ersetzen."

Frankreich und Großbritannien haben die Abgabe bereits

"Die Zivilgesellschaft erwartet ab Herbst rasche Taten vom neu gewählten Bundestag. Die CO2-Abgabe ist in Ländern wie Großbritannien und Frankreich bereits eingeführt. Auch in Deutschland sollten wir die Kosten der Energiewende fair verteilen und gleichzeitig den Klimaschutz stärken", erklärt Dr. Michael Sladek, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Neue Energie.

Das ausgelobte Budget soll bis Ende 2020 verwendet werden. Die Stiftung Neue Energie wünscht sich zudem eine ausführende Partnerorganisation, die im politischen Berlin "seit Jahren gut vernetzt und erfolgreich tätig" ist. Sie sollte ein besonderes Fachwissen rund um die Klimaschutzinstrumente besitzen und die Debatte auf internationaler Ebene kennen. "Auch die Bewerbung von Konsortien verschiedener Akteure ist willkommen."

Bewerbungsschluss ist der 3. Oktober. Mehr Informationen gibt es zudem unter:  www.stiftung-neue-energie.de/co2-abgabe
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