Die Zentrale von Storebrand in Lysaker bei Oslo. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten, Mittelklasse-Aktien

Storebrand ASA: Seit über 250 Jahren Versicherungen

Storebrand ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie in der Kategorie "Mittelklasse". Lesen Sie im ECOreporter-Porträt, wie nachhaltig der norwegische Finanz- und Versicherungskonzern ausgerichtet ist und wie gut er wirtschaftlich dasteht.

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Storebrand ist eigenen Angaben zufolge der größte private Vermögensverwalter Norwegens. Der in Oslo ansässige Konzern verkauft im Kerngeschäft Lebens-, Renten- und Krankenversicherungen und bietet außerdem Direktbankdienstleistungen an.

Die Wurzeln von Storebrand reichen bis ins Jahr 1767 zurück, als das Unternehmen Den almindelige Brand-Forsikrings-Anstalt gegründet wurde. Ende 2020 beschäftigte Storebrand knapp 1.800 Mitarbeiter und betreut mehr als zwei Millionen Privat- und Firmenkunden in Norwegen und Schweden.

Viele norwegische Gemeinden sind investiert

Die Storebrand-Gruppe erzielte 2020  Nettoeinnahmen aus dem operativen Geschäft von insgesamt 6,5 Milliarden Norwegischen Kronen (640 Millionen Euro), ein Plus von 3 Prozent gegenüber 2019. Während das Versicherungsgeschäft 18 Prozent einbüßte, stiegen die Einnahmen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen um knapp 7 Prozent. Weil Storebrand weniger Gewinn mit Finanzanlagen machte, ging der Vorsteuergewinn um knapp 15 Prozent auf umgerechnet 217 Millionen Euro zurück. Beim Nettogewinn sorgten allerdings positive Steuereffekte für einen Anstieg um 13 Prozent auf umgerechnet 231 Millionen Euro.

Die Marktkapitalisierung von Storebrand beträgt (Stand Mai 2020) 3,7 Milliarden Euro. Die Aktien befinden sich fast vollständig in Streubesitz. Viele norwegische Gemeinden halten Aktienpakete des Unternehmens. Größter Anteilseigner ist mit 11 Prozent der norwegische Staatsfonds. 57 Prozent der Aktien werden von ausländischen Investoren gehalten.

Dividende: Storebrand zahlt nur sporadisch Dividenden. Zwischen 2012 und 2015 fanden keine Ausschüttungen statt. In den Jahren 2016 bis 2018 stieg die Dividende von 0,16 Euro über 0,26 Euro auf 0,31 Euro je Aktie. Für 2019 zahlte Storebrand aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie keine Dividende. Für 2020 soll es im laufenden Jahr nun wieder eine Ausschüttung von umgerechnet 0,32 Euro je Aktie geben. Das entspricht aktuell (5.5.2021) eine Dividendenrendite von 4,0 Prozent.

Nachhaltigkeit: Storebrand ist eigenen Angaben zufolge seit 2008 als erstes norwegisches Finanzunternehmen CO2-neutral. Seine Energie bezieht der Konzern aus regenerativen Quellen. Geschäftsreisen werden zunehmend durch Videokonferenzen ersetzt oder mit der Bahn oder E-Autos statt mit dem Flugzeug durchgeführt. Die verbleibenden Emissionen kompensiert Storebrand beispielsweise durch die Finanzierung von Windkraftanlagen in Sri Lanka. Das Unternehmen informiert in seinen Jahresberichten transparent über seine Klimaziele und seinen Emissionsausstoß.

Storebrand führt für alle seine Investments Nachhaltigkeitsanalysen durch. Dabei werden auch Ausschlusskriterien angewendet. Stand Mai 2021 schließt Storebrand aus seinem Anlageuniversum 242 Unternehmen aus, die kontroverse Waffen herstellen, Tabakprodukte verkaufen, Menschenrechte verletzten, in Korruptionsskandale verwickelt sind, mindestens 25 bzw. 20 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle oder Ölsanden machen oder die Umwelt anderweitig massiv schädigen. Im August 2020 verschärfte das Unternehmen seine Richtlinien noch einmal und schließt nun auch Unternehmen aus, die Lobbyarbeit gegen Klimaschutz betreiben. Auf der Ausschlussliste finden sich auch Namen wie RWE, Volkswagen, Bayer und Boeing. Spätestens ab 2026 will Storebrand grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen investieren, die Geschäfte mit Kohle machen.

K.O.-Kriterien: Momentan noch Investments in Kohleunternehmen

Storebrand ASA: ISIN NO0003053605 / WKN 867218

Stand: 05/2020

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