Errichtung eines Windparks auf See (Offshore): Solche Windkraftanlagen liefern im Jahr 2017 in Deutschland fast doppelt so viel Strom wie im Vorjahr. / Foto: Vattenfall

21.12.17 Erneuerbare Energie

Stromverbrauch zu 36 Prozent aus Erneuerbaren gedeckt

2017 haben die Erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind und anderen Quellen rund 217 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom produziert. Damit steigt der Anteil an der gesamten Stromerzeugung auf 36 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein bemerkenswerter Anstieg.  In 2016 wurden aus erneuerbaren Quellen 188 Milliarden kWh produziert, der Anteil an der gesamten Stromproduktion lag bei 31,6 Prozent.

Die Zahlen ermittelten das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung für das Jahr 2017. 

Windräder aus See liefern deutlich mehr Strom

Besonders stark war die Stromerzeugung aus Offshore-Windkraftanlagen. Hier ist ein Zuwachs von 49 Prozent auf 18 Milliarden kWh zu verzeichnen, Onshore wurden mit Windkraftanlagen 87 Milliarden kWh erzeugt: Ein Plus von 31 Prozent. Damit haben Windkraftanlagen an Land nach wie vor den größten Anteil an der Stromproduktion bei den Erneuerbaren Energien, er liegt bei rund 40 Prozent. Es folgen die Produktion aus Biomasse mit knapp 24 Prozent und Photovoltaik mit über 18 Prozent.

Mit den erreichten Produktionszahlen für dieses Jahr wurden die Ziele der Bundesregierung für das Jahr 2020 bereits erreicht und übertroffen. Laut den Zielen sollte der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion dann bei 35 Prozent liegen.

Stromtrassen-Ausbau ist unumgänglich

Um eine bessere Nutzung des erzeugten Stroms zu ermöglichen, müssten jedoch die Nord-Süd-Leitungen verstärkt ausgebaut werden. Der Netzausbau müsse mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energiegen eng verzahnt werden, sagt der Chef der BDEW-Geschäftsführung, Stefan Kapferer. Die Entwicklung sei erfreulich, zumal die aktuelle Entwicklung keine Erhöhung der EEG-Umlage zur Folge gehabt habe, erklärt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW.

Die Politik müsse nunmehr die Rahmenbedingungen so gestalten, dass auch die nächsten Ziele erreicht werden könnten, sagte Staiß weiter. Dies gelte vor allem für die Sektoren Wärme und Mobilität. Dort stagniert der Anteil Erneuerbarer Energien seit Jahren bei 6 Prozent (Mobilität) und 13 Prozent (Wärme).
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