30.10.14 Erneuerbare Energie

Stromversorger: das neue EEG könnte die Energiewende ausbremsen

Ist die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) misslungen? Deutschlands Grünstrom-Branchen übten schon im Vorfeld der EEG-Novelle im Sommer 2014 teils heftige Kritik an der Neuregelung. Eine aktuelle Studie zeigt: Stadtwerke und Energieversorger ziehen ein kritisches erstes Fazit. Das Gesetz sei zu kompliziert und könnte die Energiewende deshalb bremsen, so die Kritik von Entscheidern aus der Energiewirtschaft in einer Umfrage unter 250 Versorgerkonzernen.
Die Komplexität des EEG 2014 führe dazu, dass zahlreiche Grünstromanlagenbetreiber immer noch mit damit beschäftigt seien, zu analysieren, wie sich die Reform auf ihre laufenden Kraftwerke auswirkt. Ebenso herrsche deshalb Unsicherheit unter den Versorgungskonzernen darüber, ob und wie sich weitere Investitionen in die Energiewende lohnen, erklären die Macher der Studie von der Managementberatung Executive Partners Group.   

Sind „grüne“ Kraftwerke mit dem neuen EEG weniger rentabel?

Kritik üben die Studienteilnehmer auch an einem Kernziel der seit August 2014 gültigen EEG-Reform: Sie soll alle Grünstromanlagen-Betreiber möglichst bald dazu bringen, den produzierten Strom direkt zu vermarkten, anstatt sich über die staatlich garantierte, feste Einspeisevergütung bezahlen zu lassen. „Ob diese Umorientierung vom festen Vergütungssystem hin zur flexiblen Direktvermarktung zeitnah gelingen wird, bleibt abzuwarten“, sagt Dr. Susann Funke, Leiterin Regulierung & Compliance bei der Executive Partners Group.  „Insbesondere Betreiber von Kleinanlagen sehen sich nun mit komplexeren Anforderungen konfrontiert, die sie kaum allein bewältigen können. Diese Komplexität könnte die Energiewende in Deutschland ausbremsen“, so Funke weiter. Die Mehrzahl der befragten Versorger geht davon aus, dass sowohl laufende Anlagen als auch neue Vorhaben mit der EEG-Reform weniger rentabel werden.
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