Erneuerbare Energie

Studie bescheinigt solarthermischen Kraftwerken großen Nutzen für MENA-Länder

Die Regionen Nordafrika und der Mittlere Osten (MENA-Region) können wirtschaftlich sehr stark vom Aufbau von solarthermischen Kraftwerken (Concentrated Solar Power ,CSP) profitieren. Das hat eine Studie der Fraunhofer-Institute für System- und Innovationsforschung ISI und für Solare Energiesysteme ISE ergeben. Auftraggeber war die Weltbank.

Hintergrund der Studie ist das Vorhaben des Clean Technology Fund (CTF) der Weltbank, die Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken in den MENA-Ländern zu fördern. Ein Investitionsprogramm soll helfen, neue Kraftwerke in der MENA-Region zu finanzieren, eine lokale CSP-Industrie zu entwickeln sowie zusätzliche Investitionen anzuziehen und die MENA-Länder am weltweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien teilhaben zu lassen.

Der Erfolg und die Akzeptanz von solarthermischen Kraftwerksbauten in den fünf untersuchten Ländern Ägypten, Algerien, Jordanien, Marokko und Tunesien hängen stark von der Integration und Beteiligung der lokalen Industrie ab. Die Studie „MENA Assessment of Local Manufacturing Potential for Concentrated Solar Power (CSP) Projects“ analysiert die CSP-Wertschöpfungskette, die Produktionsprozesse für Kernkomponenten eines solarthermischen Kraftwerks sowie die Industriepotenziale in den MENA-Ländern. In einer Roadmap wird ein Aktionsplan zur Realisierung von lokalen Produktionskapazitäten aufgezeigt. Mario Ragwitz, Leiter der Studie am Fraunhofer ISI, unterstreicht, dass mit einem solchen Aktionsplan ein großes Potenzial lokaler Wertschöpfung und damit verbundener Umsätze und Arbeitsplätze erschlossen werden kann.

Laut der Studienergebnisse kann die lokale Wertschöpfung bei CSP-Kraftwerken in der MENA-Region durchschnittlich bis zu 60 Prozent erreichen. Den Effekt durch lokale Wertschöpfung in der Region beziffert Christoph Kost, Leiter der Studie am Fraunhofer ISE, auf 14,3 Milliarden US-Dollar, wenn eine nachhaltige, langfristige Nachfrage geschaffen wird. Bis 2025 können so 60.000 bis 80.000 neue, teils hoch qualifizierte permanente Arbeitsplätze in der MENA-Region entstehen. Damit profitieren die Länder vom Aufbau von Fertigungskapazitäten und umfangreichen Infrastrukturbauprojekten im Bereich Erneuerbarer Energien, wenn sie ihre regionalen Vorteile ausschöpfen und Marktbarrieren abbauen. Auch die europäischen Anlagenbauer und Komponentenlieferanten sehen mittelfristig große Wachstumschancen in diesem Markt. Die Studienergebnisse wurden Ende September in Kairo dem ägyptischen Energieminister vorgelegt und in einem Workshop mit über 120 lokalen und internationalen Industrievertretern, Regierungsrepräsentanten aus den fünf Zielländern und Projektpartnern präsentiert und diskutiert.

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