12.10.09 Erneuerbare Energie

Studie erwartet Boom des Photovoltaik-Marktes in China

Bereits in zwei Jahren dürften in China Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von rund einem Gigawatt installiert sein werden. Davon geht die US-amerikanische Greentech Media (GTM) aus. Sie hat eine Studie zum Photovoltaik-Markt in China erarbeitet. In China gibt es bislang nur geringe Photvoltaik-Kapazitäten. Doch aufgrund der jüngsten Wirtschaftskrise, die allein in der Provinz Jiangsu 300 Photovoltaikunternehmen in die Pleite manövriert habe, sei der politische Wille entstanden, die Branche mit landesweiten Solar-Förderprogrammen zu stützen.

Die nun beschlossene Einführung eines Einspeisetarifs für Solarstrom dürfte der Startschuss für einen Photovoltaik-Boom in China sein, geht aus der Studie hervor. Dennoch sei davon auszugehen, dass die Produktionskapazität weiterhin die heimische Nachfrage deutlich übersteigen wird. Auch sei mit anfänglichen Umsetzungsschwierigkeiten bei der Einführung des Einspeisetarifs zu rechnen. Zudem sei es schwierig, die genauen Genehmigungs- und Verteilungsprozesse in dem Land zu beurteilen. Aus Vergleichsdaten der Vergangenheit und aus der Windkraftbranche ließen sich jedoch Prognosen entwickeln.

Generell dürften Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist, von der Entwicklung stärker profitieren, so die Studie. Sie seien voraussichtlich bei Genehmigungsverfahren, bei der Finanzierung und beim Netzanschluss im Vorteil. Sie werden wahrscheinlich den Photovoltaik-Markt auf Freiflächen beherrschen, während der kommerzielle Markt für Aufdachanlagen für Investoren interessant sein dürfte.

Der Studie zufolge ist nicht zu erwarten, dass die Photovoltaik auf absehbare Zeit preislich mit dem Strom aus Kohlekraftwerken konkurrieren kann. Das liege an der marktpolitischen Struktur, in der der Strompreis von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission festgelegt werde. Dadurch entfalle ein wettbewerbsbedingter Preisdruck. Derzeit koste eine Kilowattstunde Solarstrom rund 0,15 US-Dollar und liege damit auf dem Preisniveau von Dieselaggregaten. Trotz des fehlenden Wettbewerbs seien die chinesischen Stromversorger bemüht, den Preis für Solarstrom auf das Niveau von Windstrom und später von kohlebasiertem Strom zu bringen.

Des Weiteren geht GTM davon aus, dass sich der Preisverfall für Solarmodule nicht weiter fortsetzt. Im September seien die Preise für Dünnschichtsolarmodule weitgehend stabil geblieben. Der Preis für kristalline Module sei um durchschnittlich 2,7 Prozent gesunken. Manche Markenmodule aus den USA, Europa und Asien seien wieder so gefragt, dass längere Lieferfristen bestünden.

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