Ökostromtarife gibt es mittlerweile massenweiese. Eine aktuelle Studie stuft nur sechs bundesweit zugängliche Ökostromanbieter als "grün" ein. / Bildquelle: Fotolia (Härtle)

  Erneuerbare Energie

Studie identifiziert zwei weitere „grüne“ Ökostromanbieter

Es gibt zwei neue Ökostrom-Anbieter, die bundesweit arbeiten und dabei zu 100 Prozent „grünen“ Strom anbieten. Das ist ein zentrales aktuelles Ergebnis des fortlaufenden Stromanbietervergleichs der Umweltschutzorganisation Robin Wood aus Hamburg.

Damit steigt, die Zahl der Grünstrom-Anbieter, die den Robin-Wood-Kriterien entsprechen und von der Organisation als echte Ökostromer empfohlen werden auf sechs. Neben den beiden Neulingen Mann Naturenergie aus Langenbach und Polarstern aus München zählt Robin Wood dazu die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy und Lichtblick – beide aus Hamburg - und Naturstrom aus Düsseldorf.  
Um aus der Sicht von Robin Wood als echter Ökostrom-Anbieter zu gelten, dürfen die Anbieter nur „grünen“ Strom anbieten. Sie dürfen desweiteren in keiner Weise zu Atom oder Kohlekraft-Unternehmen gehören. Der Strommix des jeweiligen Anbieters muss zu mindesten 50 Prozent aus Grünstromanlagen stammen. Das heißt im Umkehrschluss er darf maximal zu 50 Prozent aus gasbetriebenen Kraft‐Wärme‐Kopplungsanlagen stammen.   Sie dürfen Ihren Strom nicht von Anlagen beziehen, die Atomkraft- oder Kohlekonzernen gehören. Weiterhin müssen sie nachweislich in die Energiewende investieren und bundesweit für Kunden zugänglich sein.

Bei den Eigentumsverpflechtungen und den Bezugsregeln zieht Robin Wood allerdings aufgrund der zahlreichen teils tiefgehenden Verflechtungen am Strommarkt enge Toleranzschwellen ein. „Insgesamt ist zu beobachten, dass sich der Ökostrom‐Markt seit 2011 weiter zum Massenmarkt entwickelt hat“, heißt es in dem Marktbericht. Nahezu jeder Stromanbieter biete auch einen Ökostrom‐Tarif an. Viele dieser neuen Angebote tragen aber nicht zwangsläufig zur Energiewende bei“, so die Studienautoren. Solche Anbieter fielen durch das Robin-Wood-Raster. Als Beispiel dazu wird Tschibo genannt. „Bei vielen weiteren Anbietern ist festzustellen, dass direkt oder indirekt Verbindungen zu Atomkonzernen bestehen“, heißt es weiter. Ein Beispiel sei „die Strommixer“. Entega und  Grünhaus seien zwei Anbieter, die sich disqualifizierten, weil  „die Anbieter oder ihre Mutterfirmen auf anderen Vertriebswegen mit Kohle‐ oder Atomstrom handeln.“ 
Auch Verbraucherschutz spielt eine Rolle im Robin-Wood-Stromanbietervergleich.  Nicht in Frage kamen für Robin  deshalb die Unternehmen Ökostrom für alle, Prokon Strom und Care Energy. Die Begründung: Die Vertragsbedingungen seien „undurchsichtig beziehungsweise nicht verbraucherfreundlich oder die Anbieter machen irreführende Werbung“.
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