20.05.10 Fonds / ETF

Studie: Mehrheit der Investmentprofis setzt auf nachhaltige Geldanlagen

Zwei Drittel der deutschen Profianleger sind in ökologisch, sozial oder ethisch ausgerichtete Anlageprodukte investiert. Waren es im vergangenen Jahr noch 64 Prozent, so hat sich ihr Anteil aktuell auf 68 Prozent erhöht. Dies ist eines der Ergebnisse der zweiten Studie  von Union Investment zu nachhaltigen Investments bei institutionellen Investoren. Daran hatten sich 242 Großanleger wie Versicherungen, Pensionskassen, Banken und Stiftungen beteiligt.


Als wichtigstes Motiv für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien sehen professionelle Anleger die Chance zu Optimierung ihres Risikomanagements. 74 Prozent aller nachhaltig investierenden Anleger gaben dies als Grund für ihr Engagement an, ein Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. „Die jüngsten Entwicklungen an den Kapitalmärkten haben gezeigt, dass eine rein an kurzfristigen Kennzahlen ausgerichtete Risikoeinschätzung zu kurz greift. Das Konzept der Nachhaltigkeit bietet hier eine wertvolle Ergänzung, da es die Analyse durch weitere qualitative Aspekte ergänzt“, erklärte Alexander Schindler, für institutionelle Kunden verantwortliches Vorstandsmitglied des Finanzdienstleisters.


Die Außendarstellung der Investoren spielt bei der Entscheidung für nachhaltige Investments laut der neuen Studie ebenfalls eine große Rolle. Knapp 74 Prozent sehen darin eine Verbesserung ihres Images und 72 Prozent positive Anhaltspunkte für ihre PR- und Marketingaktivitäten. 70 Prozent der Großanleger reagieren mit nachhaltigen Anlagen auf die Nachfrage ihrer Kunden oder Mitglieder. Beide Motive gewannen gegenüber dem Vorjahr leicht an Bedeutung. Verbesserte Renditeerwartungen spielen demgegenüber eine eher untergeordnete Rolle. Dieses Motiv nannten 40 Prozent der Befragten.



Auf Sicht von fünf Jahren erwartet die Mehrheit der Großanleger (55 Prozent) eine positive Marktentwicklung bei nachhaltigen Anlageprodukten. Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch eine deutlich gebremste Entwicklung bei der eigenen Investitionstätigkeit zu beobachten. Auf Fünf-Jahres-Basis wollen die Anleger ihre Nachhaltigkeitsquote gegenwärtig nur noch um durchschnittlich 51 Prozent erhöhen. Im Jahr zuvor war das Wachstum noch mit 106 Prozent angegeben worden. Die Einstellung der Investoren sei zunehmend durch Verunsicherung geprägt. Dies könne auch auf einen leicht gesunkenen Kenntnistand zurückzuführen sein, so die Autoren der Studie. Bezeichneten im Vorjahr noch 37 Prozent der Befragten ihre Kenntnisse als gut oder sehr gut, sind es aktuell nur noch 30 Prozent. Im Durchschnitt stufen die Anleger ihr Wissen auf mittlerem Niveau ein. Groß ist der Beratungsbedarf der meisten institutionellen Investoren im eigenen Hause. 61 Prozent bezeichnen diesen als hoch oder sehr hoch. Verbesserungsbedarf sehen institutionelle Anleger auch bei den Vermögensverwaltern. Deren Beratungsqualität wird als durchschnittlich beurteilt. „Wenn Kenntnisstand und Beratungsqualität weiter sinken, kann dies zu Enttäuschung und einem Vertrauensverlust bei den Anlegern führen“, sagte Schindler.


Erstmals wurden institutionelle Investoren nach den Chancen nachhaltiger Immobilienanlagen befragt.63 Prozent bekunden großes oder sehr großes Interesse. Speziell nachhaltige Immobilienfonds scheinen Anlegerbedürfnisse sehr gut abzudecken: 62 Prozent bewerten diese als besonders interessant.  Insbesondere Banken, Versicherungen und Pensionskassen an entsprechenden Fonds sehr interessiert.
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