29.12.11 Erneuerbare Energie

Studie prognostiziert weiter schwere Zeiten für Photovoltaik-Hersteller

Das weiterhin schwierige Marktumfeld in der Photovoltaikbranche und die prekäre finanzielle Lage einiger Marktakteure wird diese im kommenden Jahr zur strategischen Neuausrichtung zwingen. Das prognostizieren die Analysten des Marktforschungsunternehmens NPD Solarbuzz im aktuellen dritten Quartalsbericht zur Entwicklung des Photovoltaik-Weltmarktes.

Fortan werde für solche Solarunternehmen die Rückkehr zur Wirtschaftlichkeit Vorrang vor dem Kampf um die Erweiterung der Marktanteile haben müssen, so die Studienautoren.  Grund seien die weiterhin vollen Lager und der anhaltende Preisverfall. Allein im dritten Quartal 2011 sei der Preis für Solarmodule um 17 Prozent eingeschmolzen. Dies habe  die Hersteller zu Abschreibungen von mehr als  300 Millionen Dollar für diesen Berichtsabschnitt gezwungen.  

Für das erste Quartal 2012 erwarten die Analysten wegen der anhaltend geringen Nachfrage in einigen Kernmärkten einen Umsatzrückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Abschlussquartal 2011. Insgesamt jedoch werde die weltweite Nachfrage nach Photovoltaik-Technologie 2012 um voraussichtlich sechs Prozent ansteigen. Während die Nachfrage in Europa allerdings weiter schwach bleibe, werde dies durch einen Nachfrageschub um 43 Prozent auf den außereuropäischen Märkten ausgeglichen.

Für das laufende Jahr erwarte die Photovoltaik-Herstellerbranche selbst weltweit Produkte mit 23.300 Megawatt (MW) oder 23,3 Gigawatt (GW) absetzen zu können, so die Studie. Verglichen mit vormaligen Prognosen seien die Herstellererwartungen damit um 4,9 GW heruntergeschraubt worden.

Mit verantwortlich für diese Anpassung der Prognose werde auch die  Senkung der deutschen Einspeisevergütung um 15 Prozent gemacht, die im Januar 2012 in Kraft tritt. Wie bei vielen Konkurrenten aus Europa und den USA seien die Gewinnmargen der chinesischen Solarkonzerne seither so stark eingebrochen, dass auch sie im dritten Quartal 2011 teilweise tief rote Zahlen schrieben.

Die Analysten von Solarbuzz gehen davon aus, dass der Absatz an Photovoltaikprodukten bis zum Jahresende 2011 bis zu 23,6 GW erreichen kann. Käme es so, bedeutete dies auf Jahressicht eine Steigerung um 22 Prozent.  Als Wachstumsmotoren nennt der Solarbuzz-Quartalsreport die Märkte in China und Großbritannien, die sich bislang schneller entwickelten, als die Studienautoren erwartet hatten.
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