15.09.09 Erneuerbare Energie

Studie sieht USA auf dem Weg zum Grünstromriesen - Zuversicht vor allem für zwei deutsche Marktakteure

Neben der Windkraft dürfte auch die Solarenergie in den Vereinigten Staaten in den kommenden drei Jahren ein starkes Wachstum zeigen. Beim absoluten Zubau kommt sie dabei zwar nicht an die Windkraft heran, der Wachstumssprung bei der Photovoltaik und bei solarthermischen Kraftwerken dürfte aber deutlich größer ausfallen. Davon geht die Düsseldorfer West LB in einer aktuellen Studie aus.

Demnach werden in den USA bis 2012 voraussichtlich neue Grünstrom-Kapazitäten im Umfang von 300 Gigawatt (GW) errichtet. Dazu werde die Windkraft den größten Beitrag leisten und so der US-Markt seinen Anteil am Weltmarkt von rund 33 Prozent verteidigen. Hier stellt die Studie einen Zubau der Kapazitäten von 200 GW in Aussicht. In der Photovoltaik sei davon auszugehen, dass 40 GW neu entstehen und die USA ihren Anteil am Weltmarkt von derzeit 6 auf 24 Prozent erhöhen, so die West LB. In der Solarthermie werde mit neu installierten 32 GW sogar der Löwenanteil am Weltmarkt erobert, erwarten die Experten der Landesbank. Der Anteil der Vereinigten Staaten am Weltmarkt werde dadurch von bislang 10 Prozent auf 80 Prozent klettern.

Ihre Wachstumsprognosen stützt die West LB auf die verbesserten Förderbedingungen in den USA. So sehe die im Januar verabschiedete „Stimulus Bill“ vor, dassbis Ende 2010 für Grünstromprojekte 20 Milliarden Dollar bereitgestellt werden. Sie werden an diese Projekte nach deren Fertigstellung über Steuervergünstigen oder Ausschüttungen, so genannte tax credits oder grants, ausgeben. Allerdings bestehe die Gefahr, dass sich der davon angestoßene Boom im Wesentlichen in 2010 vollzieht und dann 2011 ein Markteinbruch erfolgt. 2009 werde das Wachstum noch dadurch gebremst, dass die Behörden die öffentliche Förderung erst regeln müssen. Das gelte insbesondere für die Photovoltaik.  Die Grundlage für ein langfristigeres Wachstum stelle der „Clean energy and Security Act“ dar, der einen steten Mittelzufluss garantiere.

Allerdings werden die USA nach Einschätzung der Autoren der Studie kein El Dorado für deutsche Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Dies gelte insbesondere für die Photovoltaikbranche. Es werde vorerst allenfalls in drei der 50 Bundesstaaten von Privatinvestoren eine Nachfrage für Solarmodule geben. Nur dort seien die Sonneneinstrahlung und die Preise für herkömmlich erzeugten Strom so hoch, dass sich die Investition in eine private Solaranlage lohne. Bei Energieunternehmen habe die Photovoltaik aufgrund der vergleichsweise hohen Stromerzeugungskosten für US-Solarparks Wettbewerbsnachteile. Da sie in vielen Bundesstaaten einen Mindestanteil ihres Energieangebots aus regenerativen Quellen beziehen müssen, sei dennoch mit einem Nachfrageschub seitens dieser Kunden zu rechnen. Doch aufgrund starker Konkurrenz aus China müssten deutsche Anbieter von Solarprodukten hier mit schwachen Margen rechnen.

Im Bereich der Windkraft sieht die West LB das Hauptproblem weiterhin im Mangel an Fremdkapital, der die Nachfrage für Windkraftanlagen bremse. Dennoch sieht die Bank hier Chancen etwa für die deutsche Nordex, die voraussichtlich ab 2010 in den USA über lokale Produktionskapazitäten von 750 Megawatt (MW) verfüge. Langfristig trauen die Experten der Landesbank dem Windturbinenbauer Umsatzzuwächse im US-Markt von über 20 Prozent zu. Der Marktanteil könne dort von nahezu null auf sechs Prozent in 2011 steigen.

Bereits in den 1980er Jahren waren in den USA erste solarthermische Kraftwerke errichtet worden, danach dieser Markt aber zusammengebrochen. Die neuen Förderbedingungen dürften ihn laut der West LB aber stark beleben. Vor allem für Energieversorger seien diese Anlagen aufgrund ihrer Speicherkapazitäten und geringen Stromerzeugungskosten attraktiv. Hier könne die deutsche Solar Millenium AG mit ihren erfolgreichen Referenzprojekten punkten, die sie in Spanien umgesetzt hat. Schon jetzt verfüge das börsennotierte Unternehmen aus Erlangen in den USA über eine konkrete Pipeline von 740 MW. Die Autoren der Bank-Studie trauen ihm zu, den Umsatz innerhalb der nächsten drei Jahre auf rund 300 Millionen Euro zu vervielfachen.

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