Viele Waldinvestments werben nicht nur mit phantasischen Renditen sondern ganz besonders auch damit, dass Anleger Umwelt- und Klimaschutz finanzieren. Eine aktuelle Studie kommt zu einem kritischen Ergebnis. / Foto: Fotolia (König)

  Anleihen / AIF

Studie stellt Waldinvestments schlechtes Öko-Zeugnis aus

Viele Forstinvestments werden ihrer ökologischen Verantwortung nicht gerecht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Tropenwaldstiftung OroVerde und des Global Nature Fund (GNF). Die Experten haben mehrere Finanzprodukte mit Waldbezug unter die Lupe genommen, die sich vor allem an Privatanleger richten. Vor Ort wurden die Auswirkungen sechs solcher Anlageprojekte in unterschiedlichen Regionen auf die ökologische und soziale Situation bewertet.

Die Mehrheit der untersuchten Waldinvestments wird ihrer ökologischen Verantwortung nicht gerecht und berücksichtigt zudem nur unzureichend die sozialen Auswirkungen auf die dort lebende Bevölkerung“, so BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Glaube man den Werbeprospekten, dann werden durch Waldinvestments artenreiche Naturwälder geschaffen. Doch hinter dem grünen Image eines Waldinvestments seien häufig Projekte zur Anlage von Monokultur-Plantagen verborgen, die sich negativ auf Tier- und Pflanzenarten und die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung auswirken, so ein zentrales Ergebnis der Studie. „Es ist noch viel Verbesserungsbedarf notwendig, damit Waldinvestments als eine innovative und neue Finanzquelle für den Schutz der Biodiversität in Frage kommen“, bilanziert die Projektleiterin Dr. Elke Mannigel von OroVerde.

Auch sozial „großer Nachholbedarf“

Als Manko benennt die Studie, dass „fast alle“ untersuchten Waldinvestment-Angebote auf Bäume setzen, die in den untersuchten Anbaugebieten nicht heimisch sind – etwa Teak, Eukalyptus, Kiefer oder Akazie. Dabei seien es grade die einheimischen Baumarten, die den Erhalt der Biodiversität förderten: „Die meisten Anbieter erfassen im Vorfeld der Investition die ökologische Ausgangssituation nicht ausreichend, denn nur wenn bekannt ist, welche Ökosysteme und welche Tier- und Pflanzenarten im Projektgebiet vorkommen, können durch geeignete Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Biodiversität verhindert und die Natur geschützt werden“, sagt Mannigel.  „Großen Nachholbedarf“ sehen die Studienautoren auch bei den sozialen Aspekten der Investment-Angebote. Die Einheimischen würden oft nicht genügend eingebunden und die Folgen für die Bevölkerung, die sich aus dem Flächenaufkauf für Plantagen ergäben, würden häufig nicht erfasst und könnten daher nicht entsprechend ausgeglichen werden.

Die von OroVerde herausgegebene Studie „Waldinvestments – Artenreichtum oder Rendite?“ enthält unter anderem Handlungsempfehlungen dazu, wie Waldinvestments nachhaltiger gestaltet werden können. Anleger finden zudem Informationen, um Geldanlageprodukte in Wald besser einschätzen zu können. Der Report wurde vom Bundesamt für Naturschutz gefördert.
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x