Stammsitz des Chemikonzerns BASF in Ludwigshafen: Das Unternehmen arbeitet laut einer aktuellen Studie "aktiv gegen den Klimaschutz". / Foto: BASF

13.09.17 Erneuerbare Energie

Studie: Viele börsennotierte Konzerne arbeiten gegen den Klimaschutz

Nur wenige international tätige Konzerne setzten sich für den Klimaschutz ein. Das zeigt die Untersuchung "Corporate Carbon Policy Footprint" des britischen Thinktanks InfluenceMap. Von den 250 größten börsennotierten Firmen der Welt wirken demnach nur 15 aktiv an der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens mit. Sie wollen die Klimapolitik positiv beeinflussen und zum Beispiel den Ausbau Erneuerbarer Energien vorantreiben.

35 Konzerne arbeiten jedoch als Lobbyisten gegen den Klimaschutz, angeführt von den US-Energieunternehmen Koch Industries, Southern Company und ExxonMobil. Für die restlichen 200 Unternehmen ist Klimapolitik kein großes Thema, so das Fazit der InfluenceMap-Studie.

InfluenceMap wird von Trusts und Stiftungen wie der European Climate Foundation finanziert. Der Thinktank untersucht nicht nur die Emissionen, sondern auch den Einfluss von Unternehmen. "Unsere Zielgruppe sind Investoren, die das Thema umtreibt, etwa die großen Pensionsfonds. Für sie ist es interessant zu sehen, welche Lobbyarbeit die Firmen gegen oder für Klimapolitik machen", sagte InfluenceMap-Chef Dylan Tanner der Tageszeitung taz, die vorab über die Studie berichtete.

BASF, Daimler und Heidelberg Zement auf der Negativliste

Auf der Liste der "Klimaschutzgegner" stehen neben Koch Industries, Southern Company and ExxonMobil auch die Ölfirmen Chevron und Valero. Auf Platz sechs folgt der deutsche Chemiekonzern BASF, dann der Stahlkonzern ArcelorMittal und der Bergbauriese RioTinto, später BMW, Daimler und Heidelberg Zement. Laut der Studie beeinflussen diese Unternehmen die Klimaschutzpolitik auf negative Weise.

In der Gruppe der "Klimaschützer" sind Apple, Unilever und Ikea sowie Energiekonzerne wie SSE, Enel, NationalGrid und Iberdrola, die in Gas und Atomkraft investieren, zum Teil aber auch in Erneuerbare Energien. Auch EnBW und die Deutsche Telekom tauchen bei den grünen Unternehmen auf. Diese Gruppe sei in den vergangenen zwei Jahren von zwei auf 15 Konzerne gewachsen, hieß es. InfluenceMap erwartet, dass auch viele Autobauer bald zu Klimaschützern werden - wenn sie auf Elektomobile umstellen.
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